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Aktuell Welt

Frankfurter Ebola-Patient in ernstem Zustand

Der Ebola-Patient aus Afrika, der in Frankfurt behandelt wird, ist in einem sehr ernsten, aber stabilen Zustand. Der in den USA an Ebola erkrankte Mann aus Liberia hat offenbar Kontakte zu Infizierten verschwiegen.

Der Oberarzt der Infektiologie am Universitätsklinikum in Frankfurt, Timo Wolf, teilte mit, die Therapie bei dem schwer kranken Ebola-Patienten bestehe "aus der Gabe von Flüssigkeit, der Unterstützung seines Kreislaufs, gegebenenfalls auch der Atmung und der Nierenfunktion". Der Erkrankte war in der Nacht mit einem Ambulanzflug nach Frankfurt am Main gefolgen und unter strengsten Vorsichftsmaßnahmen in die Uniklinik (Artikelbild) gebracht worden. Dort wird er auf der Isolierstation von zehn Ärzten und Pflegern rund um die Uhr versorgt.

Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner, (CDU), teilte mit, der aus Uganda stammende Arzt habe sich bei seinem Einsatz für eine italienische Hilfsorganisation im westafrikanischen Sierra Leone mit Ebola infiziert. Dass der Mann in Deutschland behandelt werde, gehe auf eine Bitte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück, die sich an das Auswärtige Amt gewandt habe, sagte Grüttner.

Patient in Hamburg fast geheilt

Es ist das zweite Mal seit Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika, dass in Deutschland ein erkrankter Patient behandelt wird. Ende August war ein Infizierter nach Hamburg geflogen und ins dortige Uni-Klinikum eingeliefert worden. Der Arzt aus Westafrika soll inzwischen nach Medienberichten soweit genesen sein, dass er kurz vor der Entlassung steht.

Bundeswehr-Luftbrücke nach Liberia

Die Bundeswehr hat jetzt die angekündigte Luftbrücke ins westafrikanische Ebola-Gebiet gestartet. Eine Transall-Transportmaschine brachte fünf Tonnen Hilfsgüter vom senegalesischen Dakar in die liberianische Hauptstadt Monrovia. Es wurde unter anderem medizinisches Material wie Schutzanzüge geliefert. Seit wenigen Tagen sind zwei Transall-Maschinen in Dakar für die Luftbrücke stationiert, an der auch die USA und Frankreich beteiligt sind.

Eine neue Wendung hat unterdessen der Fall es in den USA an Ebola erkrankten Mannes aus Liberia genommen. Laut einem Medienbericht hat er bei der Ausreise auf dem Flughafen Monrovia bewusst Kontakte zu einer mit Ebola-infizierten Frau verschwiegen. Die liberianische Zeitung "Front Page Africa" berichtete, auf einem Kontrollformular habe der 42-Jährige behauptet, er sei in den zurückliegenden drei Wochen nicht mit Kranken in Berührung gekommen.

In Wirklichkeit habe er fünf Tage vor seinem Abflug in die USA am 19. September einer an Ebola erkrankten schwangeren Frau bei der Suche nach einer Klinik geholfen. Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf erklärte, sie sei "sehr verärgert" über das Verhalten des Mannes.

Während des Fluges und bei seiner Einreise in die USA hatte der Mann noch keinerlei Krankheitssymptome gezeigt. Seit einigen Tagen wird er auf der Isolierstation eines Krankenhauses in Dallas, Texas, behandelt. Sein Zustand sei ernst, hieß es in Medienberichten.

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Tropenmediziner zur Ebolagefahr (01.10.2014)

Suche nach Kontaktpersonen

Hunderte Mediziner sind unterwegs, um Kontaktpersonen des Mannes zu finden, zu untersuchen und wenn nötig zu isolieren. Vier Familienangehörige des Patienten sind in Quarantäne. Die US-Gesundheitsbehörde CDC will weitere Erkrankungen nicht ausschließen. "Es kann weitere Fälle geben, aber es wird keine Ausbreitung geben", sagte CDC-Chef Tom Frieden. Etwa 100 Menschen aus dem Umfeld des Kranken sollen untersucht werden.

wl/re (dpa, afp, rtr)

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