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Aktuell Deutschland

Frankfurter Buchmesse öffnet Tore

Vorrang für Fachbesucher: Mit rund 7.300 Ausstellern aus 100 Ländern hat die größte Bücherschau der Welt begonnen - zunächst dürfen nur Fachbesucher in die Messe. Prominentester Gast ist heute Arnold Schwarzenegger.

Ein Blick auf Bücherregale auf der Frankfurter Buchmesse (Foto: afp)

Buchmesse Frankfurt 2012

In Frankfurt am Main hat die 64. Buchmesse die Tore geöffnet. Zunächst kann sich das Fachpublikum einen Überblick über Neuheiten verschaffen. Erst am Samstag und Sonntag darf auch das breite Publikum auf das Messegelände. Die Veranstalter erwarten insgesamt rund 280.000 Besucher.

Am Dienstagabend hatte sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle zur Eröffnung der Buchmesse für einen besseren Schutz des geistigen Eigentums ausgesprochen. Eine Kulturnation sei nicht lebensfähig, wenn sie das geistige Eigentum nicht schütze, sagte Westerwelle in der Main-Metropole: "Der Bodenschatz der Deutschen ist nicht unter unseren Füßen, er ist zwischen unseren Ohren." Der Schutz des geistigen Eigentums sei eine Schicksalfrage für alle Nationen, die von ihrer Kreativität lebten.

Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse 2012: Von llnks nach rechts Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, der neuseeländische Autor Bill Manhire, Bundesaußenminister Guido Westerwelle, der stellvertretende neuseeländische Premierminister Simon William English und die neuseeländische Autorin Joy Cowley (Foto: picture-alliance/dpa)

Außenminister Westerwelle eröffnete die Buchmesse in Frankfurt

Plädoyer für Buchläden vor Ort

Im Mittelpunkt der diesjährigen Buchmesse stehen die digitalen Umwälzungen in der Branche: Das gedruckte Buch erhält immer mehr Konkurrenz durch das elektronische Buch. Die Buchschau versucht, konstruktiv auf die damit verbundene Verunsicherung einzugehen. Neue Formate gilt es zu erkunden.

Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, verlangte von der Politik ein klares Bekenntnis zu den traditionellen Buchläden vor Ort. "Eine Bildungsnation braucht den stationären Buchhandel", so Honnefelder. Er verwies auf das Beispiel Frankreichs. Die Regierung in Paris habe offen die Wettbewerbsvorteile der global agierenden Buchhandelsunternehmen mit Sitz im steuerbegünstigten Luxemburg angeprangert. "Solche klaren Worte wünschten wir uns in diesen Zeiten auch von den deutschen Politikern und Regierungsmitgliedern", sagte Honnefelder. In Luxemburg liege der Mehrwertsteuersatz für E-Books bei drei Prozent, in Deutschland bei 19 Prozent.

300.000 Besucher erwartet

Dennoch bleibt die Buchmesse als weltweit größte Veranstaltung ihrer Art primär eines, nämlich der bedeutendste Handelsplatz für Buchrechte und Lizenzen: Rund 7300 Aussteller aus über 100 Ländern, 9000 Journalisten und 300 Agenten haben sich angesagt. Die Branche hofft auch auf die neuen elektronischen Bücher, deren Verkäufe sich zwar in diesem Jahr verdoppelt haben. Die E-Books machen aber weiterhin in Deutschland nur zwei Prozent des Umsatzes vom Gesamtmarkt aus, in den USA sind es inzwischen 20 Prozent.

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Neuseeland ist Gastland der Buchmesse

Bis zum 14. Oktober sind etwa 3.000 Veranstaltungen geplant, von denen sich etwa zwei Drittel an alle Besucher richten. Der Auftritt des Gastlandes Neuseeland steht unter dem Motto "Bevor es bei euch hell wird". Mehr als 300 Events zum Ehrengastland finden statt. Rund 70 Autorinnen und Autoren sowie 100 Künstler sind vertreten, darunter bekannte Namen wie Anthony McCarten, Paul Cleave, Alan Duff, Witi Ihimaera und Paddy Richardson. Darüber hinaus haben auch internationale Autoren wie Donna Leon, Hakan Nesser, Simon Beckett und Martin Suter ihr Kommen zugesagt.

Am Mittwoch bringt der Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger Glamour in die Messehallen. Dort präsentiert der gebürtige Österreicher und kalifornische Ex-Gouverneur seine Autobiographie "Total Recall". Zum Abschluss der Messe am Sonntag wird traditionell in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.

sti/uh/kle/gmf (dpa, dapd)

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