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Wirtschaft

Frankfurt handelt jetzt mit Yuan

Die Wirtschaftsgroßmacht China will ihre Währung stärken. Am Finanzplatz Frankfurt am Main nahm das erste Yuan-Handelszentrum in der Eurozone seine Arbeit auf.

Für deutsche Unternehmen ist der Handel mit der Volksrepublik China ab sofort leichter: Die chinesische Zentralbank, die Bank of China, hat die Arbeit als Drehscheibe für Geschäfte mit dem Yuan wie geplant in Frankfurt am Main aufgenommen. "Wir haben unser Versprechen erfüllt: Die Clearing-Bank funktioniert", teilte der Geschäftsleiter der Frankfurter Niederlassung der Bank of China, Bernd Meist, mit. Die Nachfrage sei schon an diesem ersten Handelstag "beeindruckend".

Ein Bündel Yuan (Foto: dpa)

Ein Bündel Yuan

Der offizielle Name der chinesischen Währung lautet "Renminbi", die Einheit wird als "Yuan" bezeichnet. Vor allem im Westen ist es üblich geworden, "Yuan" als Synonym für die Währung insgesamt zu verwenden. Sie ist bisher nicht frei handelbar. Der Yuan kann zwar für den Warenverkehr umgetauscht werden, nicht aber für Kapitaltransaktionen.

Erleichterung für Unternehmen

Mit der neuen Clearing-Stelle können Unternehmen aus Deutschland und dem gesamten Euroraum ihre Transaktionen in der chinesischen Währung schneller und kostengünstiger in Frankfurt abwickeln - einfach und bequem über ihre eigene Hausbank, wie die Finanzplatzinitiative "Frankfurt Main Finance" betonte.

Bisher mussten Währungsgeschäfte mit China in Hongkong in Dollar abgewickelt werden: Bank-of-China-Mann Meist erläutert das komplizierte Geschäft: "Bei Rechnungsstellung in Renminbi muss beispielsweise ein deutscher Importeur erst Euro in Dollar und dann Dollar in Renminbi tauschen. Dieser Umweg über den Dollar und die damit entstehenden Kosten werden künftig entfallen." Ähnliche Yuan-Handelsdrehscheiben will die Bank of China in London und Luxemburg aufbauen.

Kooperation der Börsen

Parallel zur Eröffnung der Clearing-Stelle in Frankfurt unternahm China den bislang größten Schritt zur Öffnung seines abgeschotteten Aktienmarktes. Die Börsen in der Sonderverwaltungszone Hongkong und in der Wirtschaftsmetropole Shanghai starteten die Handelskooperation "Connect". Internationale Investoren können damit via Hongkong jetzt auch Geld in Unternehmen auf dem chinesischen Festland anlegen. Bislang waren Investitionen in chinesische Firmen an Chinas Börsen wenigen ausländischen Managern vorbehalten, die von der kommunistischen Führung ausgewählt wurden.

wl/qu (dpa, afp)