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Frühlingserwachen

Wer im März seinen Weihnachtsbaum immer noch nicht entsorgt hat, dürfte nur noch ein nadelloses, kahles Gerippe im Wohnzimmer stehen haben. Man sollte sich nun endlich von dem guten Stück trennen, denn der Frühling naht.

Hobbygärtner haben es schon längst gewittert – die Gartensaison hat wieder begonnen! Nachdem der Garten und mit ihm sein Besitzer lange genug im Winterschlaf gelegen haben, könnte letzterer nun wieder Bäume ausreißen.

Wiedersehen macht Freude

Diese Energie sollte er oder sie zunächst in die Entrümpelung des Gartenschuppens stecken, denn obwohl hier im Herbst alles ordentlich winterfest gemacht wurde, herrscht "frühlings" auf wundersame Weise immer wieder ein großes Durcheinander. Dagegen scheint kein Kraut gewachsen zu sein.

Man gräbt so manches vergessene Gartengerät wieder aus: den Rechen, die Rosenschere, die Harke, den Spaten, die Schaufel, den Unkrautstecher sowie die Säge und feiert nebenbei Wiedersehen mit allerlei dekorativen Stücken, die im Herbst vor "Väterchen Frost" in Sicherheit gebracht wurden.

Kleiner Mann ganz groß

Der Geschmack einiger Gartenbesitzer treibt teils seltsame Blüten. Zu den "Devotionalien" des Kleingärtners gehören bunte Glaskugeln, die in der Sonne Lichtblitze durch den Garten schicken, Windrädchen, Vogeltränken, Tonkugeln und Tontiere aller Sorten und, man glaubt es kaum, der Gartenzwerg! Dieses ursprünglich auch aus Ton gefertigte kleine Kerlchen – seit 1872 in einer Thüringer Manufaktur hergestellt und in den Nachkriegsjahren aus kaum einem Garten wegzudenken – war in den siebziger und achtziger Jahren gewissermaßen auf den Komposthaufen geworfen worden und erlebt jetzt eine neue Blütezeit.

Größe, Kleidung und berufliche Accessoires der Gartenzwerge dürfen vielfältig sein, nur zweierlei ist zwingend vorgeschrieben: die rote Zipfelmütze und das ausschließlich männliche Geschlecht. Weibliche Zwerge, also Zwerginnen, gibt es nicht, "weil nicht sein kann, was nicht sein darf!", so Professor Fritz Friedmann, Vorsitzender der 1980 in Basel gegründeten "Internationalen Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge". Bei so viel stichhaltiger Argumentation fällt man allerdings glatt vom Stängel!


Bewegende Zeiten

Aber zurück zum Frühling: Jetzt gerät außer dem Gärtner auch die Natur in Bewegung, alles beginnt zu sprießen und wachsen, es ranken und winden sich die frischen Triebe und schießen – hoffentlich nur in die Höhe und nicht ins Kraut.

Bewegung macht sich tatsächlich auch in der Wortwahl bemerkbar, denn viele Verben sind mit Partikeln verbunden, die Bewegung signalisieren: Der Gärtner muss ansäen und ansetzen, abschneiden und absägen, umstechen, einpflanzen und umtopfen. Und außerdem muss er auch rechen, harken, düngen und den Rasen lüften, wobei auffällt, dass er dazu Werkzeuge benutzt, deren Namen oftmals denselben Wortstamm wie die dazugehörigen Verben haben. Beispielsweise sollte man mit dem Rechen rechen, mit der Harke harken, und den Dünger nimmt man bitte auch nur zum Düngen.

Mit Phantasie und Planergeist

Selbstverständlich muss schon im Vorfeld sorgfältig geplant werden, welcher Baum und Strauch, welche Staude, Knolle und Zwiebel wohin kommt, damit Größe, Form und Farbe miteinander harmonieren und nicht alles wie Kraut und Rüben durcheinander wächst – das Auge schaut ja schließlich auch hin!

Außer in das Beet und in die Rabatte kann man Pflanzen auch in Töpfe, Kübel und Kästen setzen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ist der Garten sehr klein, kann sich der Hobbygärtner manchmal einfach nicht entscheiden, welchem Gewächs er den Vorzug geben soll, und dann sitzt er gewissermaßen zwischen Baum und Borke. Sind die jungen Pflänzchen erst pikiert, dann sind sie nicht etwa beleidigt, sondern werden vereinzelt. Und das heißt, dass sie auseinandergezogen und einzeln wieder eingepflanzt werden, damit ihre wachsenden Wurzeln, Stängel, Blätter und Blüten mehr Platz zur Entfaltung haben.

Die Arbeit wird belohnt

Wenn dann die Sonne ihre wärmenden Strahlen mehrere Tage lang zur Erde schickt, trägt die Arbeit erste Früchte: die gepflegten und gehegten Pflanzen beginnen zu blühen, den Anfang machen Schneeglöckchen, Krokusse, Osterglocken und Tulpen. Aber das wird eine andere Geschichte … Versprochen!

Autorin: Anke Berlin

Redaktion: Shirin Kasraeian

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