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Wirtschaft

Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt

In Deutschland hat sich die Arbeitslosigkeit weiter verringert. Neben dem üblichen Frühjahrsrückgang sorgte auch der wirtschaftliche Aufschwung dafür, dass 132.000 Jobsuchende von März bis April eine neue Stelle fanden.

Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA)in Nürnberg (Foto: AP)

BA-Chef Frank-Jürgen Weise: "Im Mai unter die drei Millionen"

3.078.000 Menschen waren im April als arbeitslos gemeldet. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte damit 132.000 weniger als im März und 321.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich auf 7,3 Prozent. BA-Chef Frank-Jürgen Weise sprach von der geringsten Arbeitslosenzahl in einem April seit 1992. "Es ist zu erwarten, dass es im Mai unter die drei Millionen geht", sagte er am Donnerstag (28.04. 2011) in Nürnberg.

"Krisenfolgen überwunden"

Frauen und Kinder gehen in Köln an der Agentur für Arbeit vorbei (Foto: dpa)

Fachkräfte sind dringend gesucht, Langzeitarbeitslose schwer zu vermitteln

Der Arbeitsmarkt profitiere vom stabilen Aufschwung der Wirtschaft, sagte Weise, der mit dieser Entwicklung auch das Defizit seiner Behörde um mehr als eine Milliarde auf 4,3 Milliarden Euro drücken will. Allerdings war der Frühjahrsrückgang in diesem April schwächer als im vergangenen Jahr. Ein Grund dafür ist, dass die Osterfeiertage nach dem Stichtag lagen und viele Firmen erst nach den Ferien neue Mitarbeiter einstellen.

Weise wie auch Banken-Volkswirte zeigten sich überzeugt, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten fortsetzt. "Man kann sagen, dass die Auswirkungen der Krise weitgehend überwunden sind", sagte Weise. Es blieben aber ernstzunehmende Risiken. In den USA hätten das Defizit im Staatshaushalt und die Unterbeschäftigung ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht.

"Wie ein Schwamm"

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete die neuen Zahlen als "unspektakulär, aber solide". Im Augenblick sei der deutsche Arbeitsmarkt "aufnahmefähig wie ein Schwamm". Der freie Zugang für Arbeitnehmer aus den osteuropäischen EU-Staaten ab 1. Mai sei eine große Chance, "einen Teil der Fachkräftelücke zu füllen".

Von der guten Entwicklung profitieren nicht alle Jobsuchenden gleichermaßen. So geht die Zahl derer, die länger als zwölf Monate arbeitslos sind, langsamer zurück als die Arbeitslosenzahl insgesamt. Daher ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen leicht auf 32 Prozent gestiegen. Auch Ältere ab 60 Jahren profitieren nur in geringerem Umfang.

Autor: Rolf Breuch (afp, dpa, rtr)
Redaktion: Eleonore Uhlich

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