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Wirtschaft

Frühgeburt: Euro erhält Karlspreis

Noch ist er nicht als Bargeld da und schon wird ihm eine Auszeichnung zuteil. Im kommenden Frühjahr erhält der Euro den Internationalen Karlspreis zu Aachen.

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Der Karlspreis ist die älteste und renommierteste Auszeichnung für Personen oder Institutionen, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben. Zum ersten Mal geht die Auszeichnung nicht an eine Persönlichkeit oder eine Gruppe von Menschen. Lange haftete dem Preis das Etikett an, vorzugsweise Staatsoberhäupter zu ehren. Insofern ist dem Direktorium des Internationalen Karlspreises am Wochenende eine Überraschung gelungen. Die Auszeichnung ist dem Euro gewidmet, dem Symbol des bevorstehenden Epoche machenden Beitrag zum Zusammenwachsen der Völker Europas - so das Karlspreisdirektorium in seiner Begründung.

Als oberster Hüter der Stabilität des Euros soll der Präsident der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, den Preis am Himmelfahrtstag, dem 9. Mai 2002, im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses entgegennehmen. Zur Begründung der Entscheidung erklärte Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden:

Identifikationsfaktor

"Der Euro ist ein unglaubliches Signal für alle in der Europäischen Union, weil er wirklich die pragmatischste und überzeugendste Lösung für Zusammenarbeit ist. Der Euro hat nicht nur wirtschaftliche und monetäre Auswirkungen, sondern der Euro wirkt stabilisierend in die Union hinein. Er hat auch einen Identifikationsfaktor für die Bürger."

Der Euro sei nicht nur eine Werteinheit, sondern auch ein Wertmaßstab. In sofern versteht das Direktorium die Auszeichnung des Euros nach eigenen Angaben nicht nur als Bestätigung dessen, was bereits im europäischen Einigungsprozess erreicht worden sei. Sie sei bewusst auch als Impulsgeber gedacht für das, was in den nächsten Jahren zur Vollendung der politischen Union noch getan werden müsse, zum Beispiel die Osterweiterung.

Illustere Preisträger

Der Karlspreis wurde vor 52 Jahren von Aachener Bürgern

Karlspreis 2001

Preisträger 2001: György Konrad

gestiftet. Erster Preisträger war 1950 der Begründer der Pan-Europäischen Bewegung, Richard Graf Coudenhove-Kalergi.. In diesem Jahr ging er an den ungarischen Schriftsteller, Soziologen und Psychologen György Konrad, im Jahr davor an den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Frühere Preisträger waren unter anderem Altbundeskanzler Helmut Kohl und der ehemalige französische Präsident Francois Mitterrand sowie der britische Premierminister Tony Blair.

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