Früherer UN-Chef Boutros-Ghali gestorben | Aktuell Welt | DW | 16.02.2016
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Aktuell Welt

Früherer UN-Chef Boutros-Ghali gestorben

Er wurde 93 Jahre alt. In die Amtszeit des ägyptischen Diplomaten von 1992 bis 1996 fielen schwere internationale Krisen.

Der ägyptische Diplomat Boutros Boutros-Ghali war von 1992 bis 1996 Generalsekretär der Vereinten Nationen und der erste Afrikaner auf diesem Posten.

Zeit schwerer internationaler Krisen

In Boutros-Ghalis Zeit an der Spitze der UN fielen die Kriege im zerfallenden Jugoslawien, der Völkermord in Ruanda und der umstrittene Friedenseinsatz im ostafrikanischen Somalia. Vor allem wegen Misserfolgen der Blauhelmtruppen bei einigen der Friedensmissionen geriet Boutros-Ghali in seiner Amtszeit in die Kritik. Die USA verhinderten deshalb 1996 mit ihrem Veto eine Wahl für eine zweite Amtszeit.

Der in Kairo geborene koptische Christ Boutros-Ghali stammte aus einer Politikerfamilie. Zu seinen Vorfahren zählte ein ägyptischer Ministerpräsident. Boutros-Ghali stieg nach einer Universitätskarriere Ende der 1970er Jahre in die Politik ein. Er gehörte zu den Unterstützern der Friedenspolitik von Präsident Anwar el Sadat mit Israel. Boutros-Ghali galt in den Verhandlungen als Architekt des Ausgleichs zwischen beiden Ländern, der 1979 in einen Friedensvertrag mündete. Boutros-Ghali galt über viele Jahre als zentraler Faktor in der Außenpolitik Ägyptens. Er setzte dabei auch auf die Zusammenarbeit mit den USA.

wl/qu (dpa, afp,epd)