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Kunst

Früherer Folkwang-Direktor Paul Vogt gestorben

Als "Retter der Sammlung" und einer der "ganz großen Museumsdirektoren" der deutschen Nachkriegsgeschichte galt er. Nun ist Paul Vogt, langjähriger Direktor des Essener Museums Folkwang, im Alter von 91 Jahren gestorben.

Der 1926 in Essen geborene Kunsthistoriker sei bereits am 1. Oktober in Münster gestorben, teilte das Museum Folkwang am Dienstag (10.10.2017) mit. 

Paul Vogt leitete das Haus in Essen von 1963 bis 1988. In der Mitteilung hieß es, dass dem langjährigen Direktor der Wiederaufbau der durch die Beschlagnahmungen der Nationalsozialisten stark beschädigten Sammlung zu verdanken sei. So gehöre zu Vogts wichtigsten Verdiensten die Rückerwerbung von 20 zentralen Werken aus der Sammlung von Museumsgründer Karl Ernst Osthaus, darunter Bilder von Paul Cézanne und Ernst Ludwig Kirchner.

Wegbereiter für Sammlung zeitgenössischer Kunst

Paul Vogt erweiterte darüber hinaus die Sammlung französischer Kunst um Gemälde von Claude Monet und Robert Delaunay und erwarb bedeutende Werke von Künstlergrößen wie Joan Miró, Salvador Dalí, Edvard Munch, Max Beckmann und Josef Albers.

Mit dem Erwerb von Werken der US-Amerikaner Barnett Newman, Jackson Pollock oder Mark Rothko führte Vogt das Museum Folkwang außerdem an die zeitgenössische Kunst heran. Die von ihm 1979 in das Museum geholte "Fotografische Sammlung" gehört heute zu den wichtigsten Fotosammlungen weltweit.

Außenansicht des Museum Folkwang in Essen. (Foto: picture-alliance/blickwinkel/S. Ziese)

Das Museum Folkwang in Essen

Zielscheibe im Dritten Reich

Das Museum Folkwang entstand 1902 auf Basis der Sammlung des Industriellen Karl Ernst Osthaus. 1933, unter der Leitung von Klaus Graf von Baudissin, geriet auch das Museum Folkwang ins Fadenkreuz der Nationalsozialisten: Über 1400 Werke wurden als "entartet" gebrandmarkt, konfisziert und zum Teil in der ganzen Welt verkauft. Zahlreiche Bilder fielen darüber hinaus dem Bombenhagel zum Opfer, vom Gebäude blieben nur Ruinen übrig. Den Museumsdirektoren Heinz Köhn und Paul Vogt gelang es schließlich in den 1950er- und 1960er-Jahren, durch Rückkäufe und Neuerwerbungen an die Qualität der früheren Sammlung anzuknüpfen.

Heute zählt das Museum zu den renommiertesten deutschen Kunstmuseen, mit Sammlungen der Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts, der klassischen Moderne, Nachkriegskunst und Fotografie.

Der Name Folkwang leitet sich ab aus dem altnordischen Versepos Edda, in dem der Begriff "Folkvangar", also Volkshalle, den Palast der Göttin Freya bezeichnet. 

bb/mak (dpa, Museum Folkwang)

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