1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Amerika

Frühere Blackwater-Söldner schuldig gesprochen

Sieben Jahre nach einem Massaker mit mindestens 14 getöteten Zivilisten im Irak sind vier frühere Mitarbeiter der privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater verurteilt worden. Der Schuldspruch lautet auf Mord und Totschlag.

Blackwater-Söldner im Irak (Archivbild: AP)

Blackwater-Söldner im Irak (Archivbild)

Die Geschworenen an einem Bundesgericht in Washington verurteilten einen der früheren Wachmänner der Sicherheitsfirma Blackwater wegen Mordes, drei Kollegen wegen Totschlags im Affekt. Die Blackwater-Angestellten hatten laut Anklage im September 2007 auf dem belebten Nissur-Platz in der irakischen Hauptstadt Bagdad mit Maschinengewehren und Granatwerfern willkürlich in die Menge gefeuert. Einer US-Untersuchung zufolge wurden dabei 14 Zivilisten getötet, irakische Ermittlungen gehen von 17 Todesopfern aus.

Die Staatsanwaltschaft erklärte in ihrem Schlussplädoyer, die unbewaffneten Zivilisten hätten für die Angeklagten keinerlei Gefahr dargestellt. "Warum feuerten sie auf so viele unschuldige Menschen. Warum?", fragte Staatsanwalt Anthony Asuncion. "Warum schossen sie auf Frauen und Kinder, die unbewaffnet waren?"

Strafmaß folgt später

Dem 32-jährigen Ex-Söldner, der wegen Mordes verurteilt wurde, droht lebenslange Haft. Ihm unterstellten die Geschworenen Vorsatz, weil er vor dem Massaker zu Bekannten gesagt haben soll, als Rache für die Anschläge vom 11. September 2001 so viele Iraker wie möglich töten zu wollen. Auch die drei anderen Verurteilten müssen sich auf lange Gefängnisstrafen einstellen. Ein Datum für die Verkündung des Strafmaßes steht noch nicht fest.

Verteidigung kündigt Revision an

Die Verteidigung wies die Darstellung der Anklage zurück, die Blackwater-Mitarbeiter hätten das Feuer grundlos eröffnet. Es gebe Beweise, dass die Angeklagten von Aufständischen und irakischen Polizisten beschossen worden seien. Sie hätten den Fahrer eines herannahenden Autos damals für einen Selbstmordattentäter gehalten und sich verteidigen wollen. Zwei der Strafverteidiger kündigten umgehend an, das Urteil anzufechten.

Das Blutbad in Bagdad hatte 2007 weltweit für große Empörung gesorgt und Blackwater seine Aufträge im Irak gekostet. Die private Sicherheitsfirma war vor allem mit dem Schutz von US-Botschaftsmitarbeitern und Gebäuden der Amerikaner beauftragt. Die tödlichen Schüsse fielen damals, während die Wachleute einen Diplomatenkonvoi begleiteten.

Ein erster Prozess gegen die Beschuldigten war im Dezember 2009 geplatzt, im April 2011 ordnete ein Berufungsgericht in Washington dann die Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen vier Angeklagte an. Der Prozess begann schließlich im Juni. Insgesamt 72 Zeugen wurden zu dem blutigen Vorfall  befragt, darunter irakische Opfer, ihre Familien und frühere Kollegen der Angeklagten.

qu/ml (afp, dpa, rtre, APE)