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Aktuell Welt

Früher weg vom Hindukusch?

Nach Frankreich erwägen offenbar auch die USA ihren Kampfeinsatz in Afghanistan bereits 2013 zu beenden. So wird zumindest US-Verteidigungsminister Panetta auf dem Weg nach Brüssel jetzt von Reportern zitiert.

US-Soldaten in Afghanistan bei Sonnenuntergang (Foto: dapd)

Bald letzter Fronteinsatz der US-Soldaten in Afghanistan?

Man bleibe kampfbereit, wolle die neue Rolle als Berater und Ausbilder für die afghanischen Verbündeten aber nach Möglichkeit früher übernehmen, dozierte US-Verteidigungsminister Leon Panetta vor Journalisten. Er hoffe, dass die amerikanischen Streitkräfte "Mitte oder gegen Ende 2013 umschwenken" könnten, so der Pentagon-Chef auf dem Flug zur Nato nach Brüssel, zumindest laut übereinstimmenden Berichten von Korrespondenten.

Bislang sah die veröffentlichte Strategie nur vor, dass die USA bis zum Herbst dieses Jahres 22.000 ihrer rund 90.000 Soldaten am Hindukusch abziehen wollen. Bis Ende 2014 sollen alle US-Truppen das Land verlassen haben.

Druck des Wahlkampfs in den USA und Frankreich

Panetta vor der Presse (Foto:rtr)

US-Verteidigungsminister Panetta

Panetta machte keine Angaben, im welchem Umfang Soldaten durch die veränderte Mission 2013 nach Hause geholt werden könnten. Vermutet wird ein Zusammenhang der Pläne mit den anstehenden Präsidentenwahlen im November. "Das Ende des Kampfeinsatzes für nächstes Jahr zu versprechen, wird Präsident Barack Obama im Herbst bei Wahlkampfauftritten Applaus sichern", kommentierte zum Beispiel die "New York Times".

Frankreichs Verstoß, den Kampfeinsatz in Afghanistan bereits Ende 2013 zu beenden - ein Jahr früher als vereinbart - ist eines der wichtigen Themen des Treffens der 28 Nato-Verteidigungsminister an diesem Donnerstag. Präsident Nicolas Sarkozy hatte zuvor überraschend erklärt, die Nato solle ihren Kampfeinsatz bereits Ende 2013 beenden.

Nach einem Gespräch mit seinem afghanischen Kollegen Hamid Karsai sagte der ebenfalls im Wahlkampf befindliche Sarkozy, die afghanischen Truppen sollten im Laufe des Jahres 2013 sämtliche Kampfaufgaben von der Nato-geführten internationalen Schutztruppe Isaf übernehmen. Er widersprach damit Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, der nach wie vor von einer Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen "bis Ende 2014" ausging.

SC/sti (rtre,afpe,dpa)

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