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Kunst

Fotokünstler Andreas Gursky präsentiert sich "Nicht abstrakt"

Ist das Fotografie oder Malerei? Bei Gursky verschwimmen die Grenzen. Die Kunstsammlung NRW zeigt alte und neue Werke des experimentierfreudigen Künstlers und wie man Sonnenkollektoren oder Waren auch betrachten kann.

"Ich bin sehr stark von der Malerei beeinflusst. Es ist aber keine Malerei, sondern es sind Fotografien", sagte der 61-Jährige im Vorfeld der Ausstellungseröffnung "Nicht abstrakt", die an diesem Samstag ihre Pforten öffnet. Auf den ersten Blick unspektakuläre Motive wie Sonnenkollektoren oder ein Warenverteilzentrum von Amazon mutieren bei dem weltbekannten Gursky zu Kunstwerken. Er ist ein Meister der digitalen Bildbearbeitung: Oft tüftelt er monatelang am Computer, bis seine Fotos wie abstrakte Gemälde wirken.

In der Düsseldorfer Kunstsammlung NRW sind jetzt rund 20 dieser teils großformatigen Fotografien zu sehen - darunter einige von Gurskys Lieblingsbildern, wie der Künstler betonte. Der malerische Charakter der digital bearbeiteten Fotografien wird besonders deutlich, wo Gursky sie mitten in der Sammlung etwa neben Arbeiten von Pablo Picasso, Lyonel Feininger oder Sol Lewitt platziert hat.

Von Drachen und Waren: zusammengesetzte Fotowerke

Andreas Gursky Foto: © Dominik Asbach

Ein Freund der Fotografie und der Malerei: Andreas Gursky

So hängt Gurskys Bild des Pekinger Olympiastadions neben einem Werk des Expressionisten Lyonel Feininger. "Beide Künstler zeigen Gebäude aus ähnlichen Perspektiven", sagte Museumsleiterin Marion Ackermann zu dem Arrangement. Zum Bild einer 70 Hektar großen Photovoltaik-Anlage im französischen Les Mées aus diesem Jahr kommentierte Ackermann, es zeige die Ambivalenz umweltschonender Technik. Einerseits erstickten die Sonnenkollektoren den Boden in der hügeligen Landschaft, andererseits seien sie selbst ein Kunstwerk und hätten sogar märchenhafte Züge: "Sie sehen aus wie ein großer Drache, der über die Hügel kriecht." Er habe für dieses Bild ein halbes Jahr lang Fotografien zusammengesetzt, erläuterte Gursky seine Arbeitsweise.

Amazon-Warenlager Copyright: Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Courtesy Sprüth

Warenlager aus der Gursky-Perspektive

Das Bild "Amazon" aus dem Jahr 2016 zeigt ein Lager des Versandkonzerns in den USA. Die Menge der Produkte in den Regalen wirkt irreal und fast abstrakt. Er habe jedes Regal einzeln fotografiert und wiederum die Bilder zusammengesetzt, um den flächigen Eindruck zu erzielen, so Gursky. Damit bilde er trotzdem die Wirklichkeit ab. Die Darstellung des umstrittenen Konzerns Amazon sehe er aber nicht gesellschaftskritisch, betonte der Künstler: "Ich bin Beobachter."

Gurskys Werke erzielen Rekordpreise

Der 61-jährige Andreas Gursky gilt längst als einer der weltweit erfolgreichsten Fotografen. Sein Werk "Rhein II" erzielte 2011 bei einer New Yorker Auktion den Rekordpreis von 3,1 Millionen Euro und gilt damit als das teuerste Foto der Welt. Gursky lebt in Düsseldorf und lehrt an der Kunstakademie. Die Düsseldorfer Ausstellung seiner Arbeiten läuft noch bis zum 6. November.

suc/as (epd/dpa)