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Top-Thema – Podcast

Fotografieren kann nicht jeder

Früher ist man für das Familienfoto zum Fotografen gegangen, weil dieser eine professionelle Kamera hatte. Heute kann sich fast jeder eine gute Kamera leisten. Wird es bald keine Berufsfotografen mehr geben?

Alexander Vejnovic arbeitet seit 20 Jahren als Fotograf. Am liebsten hat er ganz normale Menschen vor der Linse. Er macht zum Beispiel Hochzeitsfotos oder Bilder von Babys. Vejnovic hat immer genug Aufträge. Aber besteht wirklich ein so großer Unterschied zwischen Vejnovics Bildern und denen eines guten Hobbyknipsers?

Vejnovic erinnert sich an seine Ausbildung, als er ein Shooting in Spanien begleiten durfte. Der Fotograf musste zum Flughafen und Vejnovic blieb mit den Models am Set zurück. Er erzählt: "Da dachte ich mir, okay, was der kann, kann ich auch." Doch die Ergebnisse waren, so sagt er, sehr schlecht. Er erklärt, was der Grund dafür war: "Es macht nicht nur die Technik, sondern es macht auch einfach der Blick fürs Foto den Fotografen aus."

Gute Kameras sind heute zur Massenware geworden. Mit der digitalen Fotografie und Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop müssen Fotografen nicht mehr in der Dunkelkammer arbeiten. Doch ernsthaft Konkurrenz machen sie den ausgebildeten Fotografen trotzdem nicht. Jörg Winde, Professor für Fotodesign in Dortmund, sagt: "Die Technik ist zwar leichter zu bedienen als früher, die Bilder sind aber nicht besser geworden."

Winde betont, dass man für gute Bilder gute Ideen braucht – und dafür muss vor allem das Sehen geschult werden. Er erklärt: "Man braucht viele Jahre, bis man Dinge sieht, die normale Menschen, auch fortgeschrittene Amateure, nicht sehen." Und auch Fotograf Vejnovic weiß: Wenn das Foto gut ist, sind eine aufwendige Bearbeitung und Retusche eigentlich gar nicht so wichtig.

Glossar

Fotograf/in, der/die – jemand, der beruflich fotografiert

vor der Linse – vor der Kamera

Knipser/in, der/die – der/die Hobbyfotografin (Verb: knipsen)

Shooting, das (aus dem Englischen) – ein Termin, bei dem viele Fotos (meist von → Models) gemacht werden

Model, das – ein Mensch, der sich für Geld fotografieren lässt

Set, das – (aus dem Englischen) der Ort, an dem ein → Shooting stattfindet

etwas macht etwas aus – hier: etwas bestimmt, ob jemand gut darin ist, was er tut

der Blick für etwas – die Fähigkeit, Besonderheiten und Details zu sehen

zur Massenware werden – in großen Mengen produziert und zu niedrigen Preisen verkauft werden

digitale Fotografie, die – die elektronische Fotografie ↔ die analoge Fotografie

Bildbearbeitungsprogramm, das – ein Computerprogramm, mit dem man Fotos verbessern (→ bearbeiten) kann

Dunkelkammer, die – ein Raum ohne Licht, in dem (nicht digitale) Fotos entwickelt werden

Amateur/in, der/die – jemand, der etwas nicht beruflich, sondern nur als Hobby macht

jemandem ernsthaft Konkurrenz machen – genauso gut sein wie jemand und deswegen eine Gefahr für ihn darstellen (hier: weil zum Beispiel keine Aufträge mehr kommen)

leicht zu bedienen sein – gut verständlich sein; einfach sein

jemanden schulen – jemanden in etwas ausbilden

fortgeschritten – so, dass man schon Erfahrung in etwas hat und kein Anfänger mehr ist

Retusche, die – ein Bild so verändern, dass man bestimmte Dinge oder Fehler nicht mehr sieht (Verb: retuschieren)

Fragen zum Text

1. Was hat Vejnovic bei seinem erstem Shooting in Spanien gelernt?

a) Es ist gar nicht so einfach, gute Fotos zu machen.

b) Mit der richtigen Technik und guten Models kann jeder gute Fotos machen.

c) Er hatte schon in der Ausbildung einen guten Blick fürs Foto.

2. Machen Amateure den Berufsfotografen bald ernsthaft Konkurrenz?

a) Winde glaubt, dass das sehr gut möglich ist.

b) Das ist unwahrscheinlich, weil ihr Sehen nicht geschult genug ist.

c) Vejnovic glaubt das nicht, da diese nicht wissen, wie man mit Bildbearbeitungsprogrammen arbeitet.

3. Was hat sich durch die digitale Fotografie im Unterschied zu früher geändert?

a) Auch Amateure haben einen besseren Blick fürs Foto.

b) Es kommt nicht mehr auf die technische Qualität der Bilder, sondern auf die Idee an.

c) Immer mehr Menschen haben gute Fotoapparate, die leicht zu bedienen sind.

4. Wie fängt dieser Satz an: "… kann man Bilder retuschieren."

a) Mit Bildbearbeitungsprogrammen …

b) In der Dunkelkammer …

c) Bei einem Shooting …

5. Ergänzen Sie: "Das, was … ein gutes Foto …, ist der Blick … Detail."

a) ausmacht – X – fürs

b) für – macht – aufs

c) X – ausmacht – fürs

Arbeitsauftrag

Sicher haben Sie auch schon einmal Fotos gemacht oder Sie fotografieren sogar regelmäßig. Erzählen Sie in der Gruppe, zu welchen Gelegenheiten und an welchen Orten Sie schon Fotos gemacht haben. Was sind Ihre Lieblingsmotive und warum? Sind Sie zufrieden mit Ihren Fotos? Welche Bedeutung haben Fotografien für Sie? Wenn Sie möchten, bringen Sie Ihr Lieblingsfoto mit und erzählen Sie im Kurs, warum es Ihr Lieblingsfoto ist.

Autorinnen: Sola Hülsewig/Anne Gassen

Redaktion: Shirin Kasraeian

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