Fotograf Stefan Moses ist tot | Kultur | DW | 05.02.2018
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Kultur

Fotograf Stefan Moses ist tot

Er war einer der bedeutendsten Fotografen der Bundesrepublik. Stefan Moses zeigte den Deutschen ihr Land. Nun starb der durch den "Human Touch" seiner Bilder bekannt gewordene Fotograf im Alter von 89 Jahren.

"Ich bin ein Menschenfotograf", sagte Moses einmal über sich selbst. Und das war er auch: Zahlreiche Prominente hat der Fotograf mit seinen Kameras porträtiert, darunter Heinrich Böll, Willy Brandt, Otto Dix, Günter Grass, Thomas Mann und Martin Walser. Doch nicht nur bekannte Persönlichkeiten wurden von ihm abgelichtet. Vor allem das Thema "Deutschland und die Deutschen" lagen dem 1928 im schlesischen Liegnitz geborenen Fotografen am Herzen: Unter anderem seine "ostdeutschen Porträts" aus den Jahren der deutschen Wiedervereinigung 1989 und 1990 wurden berühmt. "Die Deutschen sind nicht nur auf, sondern auch durch Moses' Bilder andere geworden", schrieb der Historiker Christoph Stölzl in einem Nachruf für die Zeitung "Die Welt". Er bezeichnete ihn als "Grand Old Man der deutschen Fotografie".

"Gespür für die Theatralik"

Mit ihrem "Human Touch" prägten Moses' aufwendige Foto-Reportagen unter anderem die US-Zeitschrift "Life" und das deutsche Magazin "Stern". "Mit Stefan Moses verliert Deutschland nicht nur einen großen Fotografen, sondern einen seiner bedeutendsten Chronisten", würdigte ihn Kulturstaatsministerin Monika Grütters. "Untrüglich war sein Gespür für die Theatralik scheinbar banaler Alltagssituationen. Wir können uns glücklich schätzen, dass dieses 'lebenslängliche Erinnerungswerk' - wie Moses selbst seine Arbeit beschrieben hat - in seinen Arbeiten festgehalten ist", so Grütters weiter. Im Mittelpunkt seines Schaffens habe für ihn immer der Mensch gestanden.

Moses verstarb bereits am 3. Februar 2018 in seinem Haus in München, wie seine Ehefrau Else Bechteler-Moses der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Wenige Wochen vor Moses' Tod hat im Literaturhaus München eine Ausstellung mit Fotos von ihm begonnen. "Blumenkinder" ist noch bis zum 25. Februar zu sehen.

nf/wa (dpa, epd, Welt)