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Aktuell Kultur

Fotograf Michael Schmidt verstorben

Der renommierte deutsche Fotokünstler Michael Schmidt ist am Samstag (24.05.2014) im Alter von 68 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Seine Fotografien sind zutiefst poetisch und politisch.

Mit seiner Kamera wurde Michael Schmidt zu einem der wichtigsten Chronisten Berlins. Ursprünglich als Maler, dann als Polizist ausgebildet, entschied er sich Anfang der 70er Jahre für die Fotografie und verstand sich fortan als freier Künstler – ohne akademischen Abschluss, ohne Vorkenntnisse. Seine Fotografien sind zutiefst persönlich, politisch und poetisch. Sie erzählen von gesellschaftliche Umbrüchen, von den Lebensbedingungen in der Stadt und in der Provinz, vom Aufbruch. Allein über Berlin publizierte Schmidt acht Bücher, davon zwei über Kreuzberg, jenen Bezirk, in dem er 1945 geboren wurde.

Schwarz-weißes Berlin

Der internationale Durchbruch gelang Schmidt mit der Serie "Waffenruhe" aus den Jahren 1985-87. DasMuseum of Modern Art widmete ihm als erstem deutschen Fotografen eine Einzelausstellung. Acht Jahre später bekam er erneut eine Soloschau in New York: Diesmal zeigte er die Serie "Ein-Heit", die zwischen 1991 und 1994 als eine Zwischenbilanz der deutsch-deutschen Beziehungen entstanden war. Im Jahr 2010 widmete ihm das Münchner Haus der Kunst eine Retrospektive. Viele Fotografen der jüngeren Generation wurden von Schmidt und seinen Schwarz-Weiß-Arbeiten beeinflusst. Andreas Gursky etwa nennt ihn seinen wichtigsten Lehrer.

Farbe im Spätwerk

Hack in einer Tüte zu einem Gehirn geformt (Foto: Michael Schmidt)

"Ohne Titel" aus Schmidts Bilderserie "Lebensmittel"

Erst in seinem Spätwerk entdeckte der Berliner Künstler die Farbe - um Lebensmittel zu fotografieren. Die Bilderserie wurde 2012 im Museum Morsbroich in Leverkusen und 2013 im Martin-Gropius-Bau in Berlin gezeigt. Für "Lebensmittel" wurde Schmidt vor wenigen Tagen in London der mit 82.000 Euro dotierte Prix Pictet zugesprochen.

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