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Wissen & Umwelt

Forscher züchten Gen-Tomate, die nicht mehr weich wird

Symbolbild gentechnisch veränderte Tomaten. Neben einer Tomatenrispe liegt eine Spritze (Foto: picture-alliance /chromeorange)

Immer wieder versuchen sich Forscher an ihr: An der Tomate, die nicht matschen soll. Jetzt wollen indische Wissenschaftler spezielle Gen-Tomaten gezüchtet haben, die bis zu 45 Tage fest bleiben sollen. Dafür unterdrückten sie mit Hilfe der Gentechnik zwei Enzyme, die bei der Reifung der Früchte vermehrt auftreten: a-Mannosidase und ß-D-N-Acethylhexosaminidase. Beim Ausschalten eines Enzyms blieben die Tomaten 30 Tage länger fest als gewöhnliche Früchte. Wurden beide Enzyme gleichzeitig unterdrückt, blieben die roten Früchte weitere 15 Tage knackig.

A-Mannosidase und ß-D-N-Acethylhexosaminidase seien aber nicht nur für das Reifen zuständig sondern auch verantwortlich, dass Tomaten (leider) weich werden und deshalb schlecht zu lagern sind, schreiben die Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS, online vorab).

Beide Enzyme kämen auch in verschiedenen Obstsorten vor, zum Beispiel in Bananen oder Mangos, so dass die Methode gegebenenfalls übertragbar sei, hoffen die Forscher vom Nationalen Institut für Pflanzengenomforschung in Neu Delhi.

Anti-Matsch-Tomate nichts Neues!

Es gab übrigens schon einmal so etwas wie eine Anti-Matsch-Tomate aus dem Genlabor. 1994 kam Flavr Savr in den USA auf den Markt, fand aber so gut wie keine Käufer. Die Gen-Tomate erfüllte nicht, was die kalifornische Firma Calgene (1997 von Monsanto gekauft) versprach und wurde schließlich 1997 wieder vom US-amerikanischen Markt genommen.

In der Europäischen Union sind derzeit - nach Angaben von transgen.de - keine gentechnisch veränderten Tomaten auf dem Markt. Dies gelte auch für aus Tomaten hergestellte Produkte wie beispielsweise Tomatenmark.

Transgen.de (Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln) ist ein Internet-Portal, das 1997 mit Hilfe von öffentlichen Geldern ins Leben gerufen wurde. Derzeit erhält es nach eigenen Angaben keine öffentlichen Zuschüsse mehr, sondern finanziert sich über Spenden und Zuwendungen unter anderem aus der Industrie.

Autorin: Judith Hartl (dpa/transgen.de)

Redaktion: Henrik Böhme

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