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Aktuell Welt

Forscher weisen Mars-Eiszeit nach

Gab es einst Leben auf dem "Roten Planeten"? Durchaus möglich. Fest steht: Auf dem Mars sah es nicht immer so aus wie heute.

Am Nordpol des Mars (Artikelbild) haben Forscher nach eigenen Angaben Belege für eine Eiszeit gefunden, die vor rund 370.000 Jahren endete. Wissenschaftler des "Southwest Research Institute" in Boulder/Colorado hatten mit der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) der US-Raumfahrtbehörde NASA die Polkappen des "Roten Planeten" untersucht. Mit dem MRO-Radar konnten sie dabei tief ins Eis hineinblicken.

Eis-Wanderung

"Die Radarbeobachtungen der Eiskappe lieferten eine detaillierte Historie der klimawandelbedingten Ansammlung und Abtragung von Eis", sagte der leitende Wissenschaftler Isaac Smith. "Wir haben eine beschleunigte Eisablagerung in den oberen 100 bis 300 Metern der Polkappe beobachtet." Dieses Eis war während der vorangegangenen Eiszeit vermutlich in gemäßigteren Breiten des Planeten verteilt, mit dem Ende der Eiszeit jedoch geschmolzen. Schließlich sammelte es sich wieder an der kühlen Polkappe.

Insgesamt haben sich am Mars-Nordpol rund 87.000 Kubikkilometer Eis abgelagert - genug, um den gesamten Planeten mit einem 60 Zentimeter dicken Eispanzer zu bedecken, wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Science" berichteten.

MRO (Foto: picture alliance)

Auf Spurensuche: Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter"

"Ganz anders als heute"

Wie auf der Erde verändern langfristige Schwankungen in der Umlaufbahn und der Achsneigung das Klima auf dem Mars. Während die Neigung der Erdachse allerdings lediglich um etwa zwei Grad schwankt, sind es bei der Mars-Achse bis zu 60 Grad. "Da das Klima auf dem Mars mit den größeren Änderungen der Achsneigung variiert und sich das Eis mit jedem Umschwung unterschiedlich verteilt, dürfte der Mars in der Vergangenheit ganz anders ausgesehen haben als heute", erläuterte Smith.

Die Untersuchung könnte auch helfen zu erkunden, wann das variable Mars-Klima mild genug für die Entwicklung von möglichem Leben war. Zudem sei sie von Bedeutung für eine mögliche bemannte Mission zum Mars, meinte Smith. Denn: "Wasser wird eine entscheidende Ressource für einen Mars-Außenposten sein." Darüber hinaus helfe die Beobachtung der irdischen Klimaforschung. "Da der Mars derzeit keine Ozeane besitzt, stellt er eine Art vereinfachtes Labor dar, um die Klimawissenschaft auf der Erde nachzuvollziehen."

wa/chr (dpa, rtr)

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