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Wissen & Umwelt

Forscher finden erdähnlichen Planeten

Sind wir die Einzigen im Universum? Mit Sicherheit nicht. Die Frage ist nur - wo sind unsere galaktischen Verwandten? Vielleicht gibt ja der neu entdeckte - noch namenlose - erdähnliche Planet eine Antwort.

Er ist weit, weit weg. Leider. 22 Lichtjahre. Ein Lichtjahr entspricht unvorstellbaren 9,5 Billionen Kilometern, was die Vermutung nahelegt, dass wir den neu entdeckten Schwesterplaneten unserer Erde nie aus nächster Nähe untersuchen können.

Trotzdem können die Astronomen auch aus dieser gigantischen Entfernung eine ganze Menge über ihn sagen. Auch wenn sie ihn trotz enorm leistungsstarker Instrumente nicht sehen, sondern nur anhand verschiedener Rechenmodelle bestimmen und charakterisieren können.

Er kreist - wie alle Planeten das tun - um einen Zentralstern. Seiner heißt GJ 667C und er umschwirrt ihn innerhalb von 28 Tagen. Besonders interessant: Dieser Planet, der in unserer Galaxie, also in der Milchstraße liegt, soll so ziemlich alle Voraussetzungen erfüllen, damit irgendeine Form von Leben möglich ist.

Erstens: Es soll dort ähnlich warm sein wie auf der Erde. Denn der Planet kreist in optimaler Entfernung um seine Sonne. Das bedeutet, es wird dort weder zu heiß, noch zu kalt. Gute Bedingungen also, damit Wasser in flüssiger Form vorliegen kann. Und flüssiges Wasser ist Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Illustration der Universität Göttingen mit drei Zwergsternen und der nun entdeckten Super-Erde (Foto: Universität Göttingen / dpa/lni)

An der Universität Göttingen entdeckt: die "Super-Erde"

"Natürlich kann man nicht sagen, ob es dort Leben gibt. Aber im Moment ist er unser bester Kandidat dafür", freut sich Astronom Guillem Anglada-Escudé, der an der Universität Göttingen arbeitet. Nach Berechnungen könnte es auf dem Himmelskörper zwischen null und hundert Grad Celsius warm sein

Zweitens: Der Planet soll sich um seine eigene Achse drehen. So ist gewährleistet, dass die Temperaturverteilung einigermaßen gleichmäßig ist. Denn wenn es auf der sonnenabgewandten Seite ständig eiskalt ist, auf der gegenüberliegenden dagegen glühend heiß, wäre Leben niemals möglich.

Planet aus Gestein

Drittens: Der Planet scheint abgekühlt zu sein und besteht wie die Erde aus Gestein. Die meisten Planeten, die Astronomen tagtäglich aufspüren, sind aus heißem Gas - ähnlich wie der Jupiter - und kommen als Lebensraum ebenfalls nicht in Frage.

Viertens: Der Planet scheint ausreichend Masse zu haben. Und das ist wichtig. Hat er zu wenig davon, kann er die lebenswichtige Atmosphäre nicht halten. Hat er zuviel davon, ist die Schwerkraft auf dem Planeten zu groß, als dass Leben, wie wir es kennen, möglich wäre.

Dass es in unserem Universum außerirdisches Leben gibt, ist ziemlich sicher. Immerhin gibt es schätzungsweise 100 Milliarden Galaxien und in jeder Galaxie schwirren rund 100 Milliarden Sterne (Sonnen) umher. Die Zahl der Planeten, die um die unzähligen Sterne kreisen, hat - salopp gesagt - unzählige Nullen. Dass die Erde der einzige Planet sein soll, auf dem Leben möglich ist, ist also sehr unwahrscheinlich.

Autorin: Judith Hartl
Redaktion: Tobias Oelmaier

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