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Wissen & Umwelt

Forscher entdecken Nachbarn von "Lucy"

Der 1974 in einer Wüstenregion Äthiopiens gefundene Urmensch - Taufname "Lucy" - ist nicht mehr allein. In nur 35 Kilometer Entfernung stießen Forscher auf die Überreste eines weiteren Frühmenschen.

Teile eines Kiefers des in Äthiopien gefundenen Frühmenschen Australopithecus deyiremeda (Foto: Yohannes Haile-Selassie/Cleveland Museum of Natural History/Handout via AP)

Teile eines Kiefers des in Äthiopien gefundenen Frühmenschen Australopithecus deyiremeda

Forscher haben in Äthiopien die Überreste eines Frühmenschen entdeckt, der in der selben Zeitepoche wie der Urmensch "Lucy" lebte. Die Wissenschaftler um Yohannes Haile-Selassie vom Naturkundemuseum von Cleveland datierten die Reste des in der Wüstenregion Afar im Osten Äthiopiens gefundenen Fossils auf ein Alter zwischen 3,3 und 3,5 Millionen Jahren. Damit lebte der Frühmensch zur selben Zeit und in der selben Region wie "Lucy", die eine zeitlang als "Mutter der Menschheit" und direkte Vorfahrin der heutigen Menschen galt.

Der Forscher Donald Johanson präsentiert die 1974 gefundenen Überreste von Urmensch Lucy (Foto: picture-alliance/akg-images)

Der Forscher Donald Johanson präsentiert die 1974 gefundenen Überreste von Urmensch "Lucy"

"Ein neuer Verwandter stößt zu 'Lucy' im menschlichen Stammbaum", erklärte das Naturkundemuseum von Cleveland in den USA in einer in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten Studie. Haile-Selassie untersuchte dafür einen Ober- und Unterkiefer sowie vereinzelte Zähne, die 2011 in der Afar-Region gefunden wurden. Der Fundort liegt 35 Kilometer vom Ort entfernt, wo "Lucy" 1974 entdeckt wurde. Sie gehörte zur Art Australopithecus afarensis. Die gefundenen Knochen wiesen aber so deutliche Unterschiede auf, dass sie einer neuen Art zugeordnet wurden, die Australopithecus deyiremeda getauft wurde.

Australopithecus afarensis Lucy Foto: Getty Images/D. Einsel)

Und so könnte "Lucy" vor Millionen Jahren in voller Schönheit ausgesehen haben

Haile-Selassie erklärte, die Entdeckung dieser neuen Art in der selben Region bestätige die These, dass der Australopithecus afarensis nicht der einzige mögliche Vorfahre der Menschen war. Die bereits seit langem umstrittene These, dass "Lucy" die "Mutter der Menschheit" sei, wird damit ein Stück weiter in Frage gestellt. Das Skelett von "Lucy" war 1974 entdeckt und auf ein Alter von 2,9 bis 3,8 Millionen Jahre datiert worden. "Lucy" war etwa 1,10 Meter zehn groß, lief auf zwei Beinen, konnte aber auch gut klettern und wies damit sowohl menschen- als auch affenähnliche Züge auf.

sti/joz (afp, ape, rtr)