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Aktuell Welt

Formel-1-Chef Ecclestone droht Gerichtsprozess

Die Staatsanwaltschaft in München wird nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" Anklage gegen Formel-1-Chef Ecclestone erheben. Dem 82-jährigen werde Bestechung vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft habe ihre Ermittlungen gegen Bernie Ecclestone abgeschlossen, noch vor Pfingsten sei die Anklage möglich, berichtet das Blatt. Sollte das Münchner Landgericht zu der Überzeugung gelangen, die Anschuldigungen seien stichhaltig genug für einen Prozess, dann sei mit dessen Beginn nicht vor Herbst dieses Jahres zu rechnen.

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Schmiergeld bei Formel 1 (21.06.2012)

Ecclestone soll im Jahre 2005 dem damaligen Vorstandsmitglied der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, 32,5 Millionen Euro Bestechungsgeld gezahlt haben. Im Gegenzug soll der Banker die Formel-1-Anteile der BayernLB wie von Ecclestone gewünscht an den britischen Investor CVC verkauft haben. CVC hat rund 830 Millionen Dollar für die Formel-1-Anteile der BayernLB bezahlt, die der Staatsbank im Zuge der Pleite des Medienunternehmers Leo Kirch zugefallen waren. Mit Unterstützung von CVC konnte Ecclestone seine Herrschaft über die Formel-1-Rennserie festigen. Die Besitzergesellschaft beschäftigt den Briten als Geschäftsführer.

Haftstrafe für Ex-Banker

Das Münchner Landgericht verurteilte Gribkowsky im Juni 2012 wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Gefängnis. Der frühere Top-Banker hatte in dem Prozess nach langem Schweigen ein umfassendes Geständnis abgelegt und um Entschuldigung gebeten. Ecclestone hatte in dem Verfahren als Zeuge ausgesagt und den Vorwurf zurückgewiesen, Schmiergeld gezahlt zu haben. Gribkowsky habe ihn erpresst, so der Formel-1-Mogul.

Der Bundesgerichtshof teilte mit, die Staatsanwaltschaft München und Gribkowskys Anwälte hätten am Freitag ihre Revisionsanträge gegen das Urteil vom vergangenen Juni zurückgezogen. Damit ist die gegen den ehemaligen BayernLB-Vorstand verhängte Haftstrafe rechtskräftig. In einem Verfahren gegen Ecclestone könnte Gribkowsky jetzt als Zeuge aussagen. Bei Vernehmungen durch die Münchner Staatsanwälte soll er den 82-Jährigen schwer belastet haben.

wl/haz (rtrr,dpa,sid)

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