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Politik

Formaler Frieden für Liberia

Die Rebellen und Regierungsvertreter in Liberia haben ein Friedensabkommen für das Land unterzeichnet. Nur eine Woche nach dem Rücktritt von Präsident Taylor scheint ein Ende des Bürgerkrieges möglich.

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Die Menschen in Liberia brauchen Nahrung und Frieden

Nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg haben Vertreter der liberianischen Regierung und Rebellen am Montag (18. August 2003) in der ghanaischen Hauptstadt Accra ein Friedensabkommen unterzeichnet. Der Vertrag, der auch von Vertretern der Parteien und anderen gesellschaftlich relevanten Gruppen unterzeichnet wurde, kam nach mehr als zweimonatigen Verhandlungen zustande. Eine für Oktober 2003 geplante Übergangsregierung soll innerhalb von zwei Jahren freie Wahlen ermöglichen.

Unterzeichnung war mehrfach verschoben worden

Die Hauptrebellengruppen, LURD ("Liberianer vereint für Versöhnung und Demokratie") und MODEL ("Bewegung für Demokratie in Liberia"), sollen nach Angaben aus Verhandlungskreisen je zwölf Sitze der insgesamt 76 Parlamentssitze bekommen. Der Termin zur Unterzeichnung des Friedensabkommens war schon mehrfach verschoben worden. In der Nacht zum Montag hatten die LURD-Rebellen jedoch ihre Forderung nach dem Posten des Vizepräsidenten fallen lassen.

Das Abkommen kam eine Woche nach dem Rücktritt von Präsident Charles Taylor zustande. Es gilt als wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Bildung einer Übergangsregierung für das westafrikanische Land. Der Sprecher von US-Präsident George W. Bush, Scott McClellan, bezeichnete das Abkommen als Gelegenheit, den Prozess der Versöhnung in Liberia voranzubringen. Taylors Rücktritt und Exil machten es möglich

Die Konfliktparteien sollten in den kommenden Wochen erneut verhandeln, um einen Präsidenten und seinen Stellvertreter zu bestimmen, sagte der Chef der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS, Mohamed Ibn Chambas. Die Ämter sollen jedoch weder Mitgliedern der Nachfolgerregierung von Präsident Moses Blah noch Rebellenvertretern offen stehen, sondern von politischen Parteien besetzt werden. Chambas zeigte sich zuversichtlich, dass der Krieg endlich beendet sei. Mit Rücktritt und Exil Taylors sei der Hauptgrund für die Feindseligkeiten weggefallen. Die ECOWAS hatte das Friedensabkommen vermittelt.

"Wir sind froh, dass der Krieg zu Ende ist", sagte LURD-Verhandlungsführer Kabineh Ja'neh. Jetzt müsse mit dem Wiederaufbau des Landes begonnen werden. Das Abkommen wurde von den Chefs der beiden Rebellenorganisationen LURD und MODEL, Sekou Conneh und Thomas Nimely, sowie vom liberianischen Außenminister Lewis Brown unterzeichnet. Auch die liberianische Regierung begrüßte das Abkommen. Informationsminister Reginald Goodridge bedauerte, dass es nicht früher unterzeichnet worden sei.

Blah an Verhandlungen beteiligt

Die Übergangsregierung soll im Oktober 2003 die Macht von Präsident Blah übernehmen und bis Januar 2006 im Amt bleiben. Blah verließ Accra in der Nacht zum Sonntag in Richtung der liberianischen Hauptstadt Monrovia. Er hatte in Accra seit Donnerstag (14. August 2003) mit Vertretern der beiden Rebellenorganisationen über eine Friedenslösung verhandelt.

Das Friedensabkommen soll den seit 1989 andauernden Bürgerkrieg in Liberia beenden. In den vergangenen Wochen vor dem Rücktritt Taylors hatte sich die Lage der Bevölkerung in Monrovia und anderen Landesteilen dramatisch zugespitzt. Es gab keine Lebensmittel und Medikamente mehr. Inzwischen sind erste Hilfslieferungen im Land angekommen. (kap)

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