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Dänemark

Foltervideos im Kriminalfall Kim Wall gefunden

Bei den Ermittlungen um die tote Journalistin Kim Wall sind brutale Videos in der Werkstatt des Hauptverdächtigen, dem dänischen U-Boot-Bauer Peter Madsen, gesichert worden. Sie sollen echte Morde zeigen.

Schweden Journalistin Kim Wal (picture-alliance/dpa/AP/Tom Wall)

Die 30-jährige Schwedin Kim Wall wollte eine Reportage über Peter Madsen schreiben

Der unter Mordanklage stehende dänische U-Boot-Bauer und Erfinder Peter Madsen soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft Videos besessen haben, in denen Frauen gefoltert, enthauptet und anschließend verbrannt wurden. Entsprechende Filme seien auf einer Festplatte in Madsens Werkstatt gefunden worden, sagte Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen in Kopenhagen. Er glaube, dass es sich um echte Opfer handelte.

Madsens Untersuchungshaft wurde bis Ende Oktober verlängert. Die Staatsanwaltschaft betonte, man gehe nicht davon aus, dass Madsen selbst in die auf den Videos gezeigten Verbrechen involviert sei.

U-Boot-Bauer Peter Madsen unter Mordverdacht

Der 46-jährige Däne wird beschuldigt, die schwedische Journalistin Kim Wall (Artikelbild) am 10. oder 11. August an Bord seines selbstgebauten U-Bootes getötet zu haben. Der U-Boot-Bauer bestritt, der Eigentümer der Festplatte zu sein. Der Computer sei von vielen Menschen in seiner Werkstatt im Kopenhagener Hafen genutzt worden, sagte Madsen bei einer Vernehmung.

Dänemark - Peter Madsen, Erfinder des U-Boots Nautilus (picture alliance/Scanpix Denmark/U. Weng)

U-Boot-Bauer Peter Madsen bestreitet, die Journalistin Kim Wall getötet zu haben

Die 30-jährige Schwedin Wall, die eine Reportage über den dänischen Tüftler und sein selbstgebautes U-Boot "Nautilus UC3" schreiben wollte, war am 10. August verschwunden. Ihr Torso war südlich von Kopenhagen angeschwemmt worden. Bei der Obduktion wurden laut Staatsanwaltschaft Messerstiche im Unterleib und in der Brust der Frau entdeckt. Kopf, Beine und Arme waren demnach abgesägt worden. Die genaue Ursache für den Tod der Journalistin ist jedoch nach wie vor unbekannt.

Leichenschändung an Kim Wall zugegeben

Madsen selbst hatte angegeben, der Schwedin sei bei dem Aufenthalt auf seinem U-Boot eine schwere Luke auf den Kopf gefallen. Ihr Tod sei ein Unglück gewesen. Er habe die Leiche der Journalistin anschließend in Panik über Bord geworfen. Vor Gericht hatte sich Madsen zwar der Leichenschändung schuldig bekannt. Indem er Walls Leiche dem Meer überlassen habe, habe er die Totenruhe gestört, räumte der U-Boot-Bauer und Erfinder ein. Er bestritt jedoch, den leblosen Körper verstümmelt zu haben. Er habe der toten Journalistin auch nicht die Metallteile angebunden, die später am Körper gefunden wurden.

Peter Madsen vor seinem Uboot Nautilus UC3 (picture-alliance/Scanpix/U. Weng)

Was geschah an Bord der "Nautilus UC3"?

Das Boot versenkte Madsen nach dem Vorfall selbst. Er habe nicht damit gerechnet, dass es jemals wieder genutzt werden würde. Daher habe er die Ventile geöffnet, sei auf die Brücke gelaufen und habe ein Boot in der Nähe gerufen. Kim Wall hatte als freischaffende Journalistin unter anderem für die Zeitungen "New York Times", "The Guardian" und "Süddeutsche Zeitung" gearbeitet.

cw/myk (dpa, afp, ape, rtre)

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