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Asien

Folgt dem Beben der Super-GAU?

Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan droht der Welt nun eine atomare Katastrophe. Im Inneren des beschädigten Kernkraftwerks Fukushima 1 sei die Radioaktivität auf das 1000-fache des Normalwerts gestiegen, heißt es.

Fukushima 1 (Foto: dapd)

Gefährlich: Fukushima 1

Nach dem Ausfall der Kühlsysteme hat sich in zwei Atomkraftwerken im japanischen Erdbebengebiet die Lage dramatisch zugespitzt. Aus Furcht vor radioaktiver Strahlung wurde der atomare Notfall ausgerufen. Die Radioaktivität im und um den Atommeiler Fukushima 1 stieg ungewöhnlich stark an, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Die nationale Atomsicherheitsbehörde erklärte, es bestehe keine unmittelbare Gefahr für die Anwohner. In der Umgebung der Meiler Fukushima 1 und Fukushima 2 wurden sie jedoch in Sicherheit gebracht. Ingenieure täten ihr Möglichstes, um die Kühlsysteme wieder in Gang zu setzen. Der Erfolg dieser Maßnahme sei jedoch nicht garantiert, teilten die Behörden mit.

Ein neues Tschernobyl?

Norbert Röttgen (Foto: dpa)

Besorgt: Norbert Röttgen

Der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen bewertete die Situation als ernst. Im äußersten Fall sei sogar eine gefährliche Kernschmelze möglich. Sollte Radioaktivität freigesetzt werden, dürfte diese nach den vorliegenden Informationen aber zunächst über den Pazifik hinwegziehen - die radioaktive Strahlung würde dann nicht über dem japanischen Festland niederkommen.

Das Desaster hatte am Freitagnachmittag gegen 14.45 Uhr Ortszeit (6.45 Uhr MEZ) seinen Lauf genommen, als zunächst der Boden gewaltig bebte. Das Zentrum des Bebens der Stärke 8,9 lag rund 24 Kilometer unter dem Meeresboden, 130 Kilometer östlich der Hafenstadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio. An der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu fielen Gebäude wie Kartenhäuser zusammen, Fabriken explodierten. In Sendai und Umgebung überrollte wenig später eine zehn Meter hohe Flutwelle sämtliche Küstengebiete. Lastwagen, Gebäude und Menschen wurden von dem Tsunami verschlungen. Auch ein Schiff und ein Passagierzug wurden fortgespült.

Hunderte Tote, viele Vermisste

Die Behörden gehen mittlerweile von mindestens 1000 Todesopfern aus. Allein in Sendai wurden 200 bis 300 Leichen gezählt, wie die Polizei berichtete. Hunderte Menschen gelten noch als vermisst. Das Erdbeben vom Freitag war nach Angaben von Wissenschaftlern das fünfstärkste, das jemals gemessen wurde - und wohl das stärkste in der Region seit beinahe 1200 Jahren. Auch an diesem Samstag wurden zahlreiche Nachbeben registriert.

Zerstörter Ort (Foto: AP)

Erst das Beben, dann Riesenwellen: Ein Bild der Zerstörung aus Natori/Japan

Bundeskanzlerin Angela Merkel bot Japan langfristige deutsche Hilfe beim Wiederaufbau der vom Beben zerstörten Landstriche an. "Japan soll wissen, dass Deutschland in dieser schwierigen Stunde an seiner Seite steht", erklärte Merkel in Brüssel. Sie sprach von einer "schweren, außergewöhnlich schwierigen Stunde" für die Menschen in Japan. Das Technische Hilfswerk (THW) schickte Experten zur Unterstützung der Rettungs- und Bergungsarbeiten in das Katastrophengebiet.

Angst vor Tsunami

Praktisch im gesamten Pazifikraum wurde nach dem Beben in Japan eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Zehntausende Bewohner an den Küsten brachten sich in Sicherheit. Selbst an der Westküste der USA richteten Ausläufer des Tsunamis noch Schäden an. Zwei Meter hohen Wellen trafen etwa auf die kalifornische Stadt Crescent City, wo im Hafen etliche Boote und Anlegestellen zerstört wurden.

Autor: Christian Walz (dapd, dpa, afp, rtr)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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