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Sport-News

Flugzeugwrack nach 54 Jahren entdeckt

In den chilenischen Anden ist das Wrack eines seit 1961 vermissten Flugzeuges entdeckt worden. An Bord waren acht Erstliga-Profis, darunter einer der besten argentinischen Spieler seiner Zeit.

54 Jahre nach einer der größten Fußball-Tragödien in der internationalen Luftfahrt-Geschichte soll in den chilenischen Anden das Wrack eines vermissten Flugzeuges mit mehreren Erstliga-Profis des ehemaligen Erstligisten Green Cross an Bord entdeckt worden sein. Das chilenische Fernsehen sendete von Bergsteigern erstellte Bilder von der mutmaßlichen Fundstelle der seit April 1961 vermissten Maschine nahe des 300 Kilometer südlich von Santiago de Chile und in 3200 m Höhe gelegenen Dorfes Maule.

"Es ist noch recht viel vom Rumpf übrig, aber viele Wrackteile und auch menschliche Knochen sind rund um die Absturzstelle verstreut", berichtete einer der Bergsteiger vom spektakulären Fund. Genauere Angaben zur Fundstelle wollten die Mitglieder der Gruppe allerdings nicht machen. Vermutlich sollen Plünderungen verhindert werden. Bislang hatten Flugsicherheits-Experten die Absturzstelle in einer weiter entfernten Gegend der Anden vermutet.

Direktflug in den Tod

Zwei Tage nach einem Pokalspiel von Green Cross in Osorno im Süden des Landes war Flug 210 der chilenischen Luftfahrtgesellschaft LAN am 3. April 1961 auf dem Rückflug nach Santiago de Chile über der Gebirgskette vom Radar verschwunden. Der Pilot der Douglas DC 3 hatte kurze Zeit vorher trotz Vereisung wichtiger Maschinenteile vergeblich um Erlaubnis für eine Verringerung seiner Flughöhe gebeten. Jede bisherige Suchaktion nach der Maschine und den insgesamt 34 Passagieren und Crewmitgliedern, darunter acht Spieler sowie der Trainer und die drei Schiedsrichter, war bislang erfolglos und das Wrack über 50 Jahre verschollen geblieben.

Chile Flugzeugabsturz Anden Eliseo Mouriño

Fußballprofi Eliseo Mourino

Prominentestes Opfer des Absturzes war der argentinische Nationalspieler Eliseo Mourino. Bei Green Cross wollte der 25-malige Auswahlspieler nach zwei Copa-America-Triumphen mit den Gauchos und insgesamt acht Jahren bei den Boca Juniors Buenos Aires seine Profi-Karriere ausklingen lassen. Im Gegensatz zu Mourino und sieben anderen Mannschaftskameraden hatten sich die übrigen Spieler des Klubs in Osorno für einen anderen Flug mit mehreren Zwischenlandungen bis Santiago entschieden und waren damit der Katastrophe entgangen.

Für Green Cross bedeutete das Unglück eine Zäsur. In der Saison nach dem Absturz stieg das Gründungsmitglied von Chiles höchster Liga als Tabellendrittletzter ab. Ein Jahr darauf stieg der Meister von 1945 zwar wieder auf, fusionierte jedoch 1965 mit Club de Deportes Temuco zu CD Green Cross. 20 Jahre später wurde der Verein endgültig aufgelöst.

Immer wieder Sportteams unter Absturz-Opfern

Drei Jahre zuvor waren acht Profis des englischen Spitzenklubs Manchester United bei einem Flugzeugunglück in München-Riem ums Leben gekommen. Damals, im Februar 1958, war das Charterflugzeug nach einer Zwischenlandung beim Startversuch über die Rollbahn hinausgeschossen. 23 Menschen der 43 Insassen starben.

50. Jahrestag Flugzeugabsturz Manchester United

1958, München Riem - im Schneematsch schoss das Flugzeug mit den Manchester-United-Profis über die Rollbahn hinaus

Bereits 1949 bewegte ein Flugzeugabsturz die Sportwelt. Am Turiner Wallfahrtsberg Superga zerschellte eine Maschine mit der kompletten Mannschaft des AC Turin, der seinerzeit als bester Fußballverein Italiens galt.

Im September 2011 kamen beim Absturz einer Jakowlew Jak-42 kurz nach dem Start in Jaroslawl in Russland alle Passagiere und Besatzungsmitglieder um, darunter die komplette Eishockey-Mannschaft des Erstligisten Lokomotive Jaroslawl.

Wenigstens für einige wenige einen guten Ausgang nahm der Absturz von Fuerza-Aérea-Uruguayana-Flug 571. Die Maschine zerschellte am 13. Oktober 1972 mit 40 Betreuern und Spielern der Rugby-Union-Mannschaft Old Christian´s Club aus Uruguay an Bord in 4000 Metern Höhe an einem Berghang in den Anden. Nach 72 Tagen konnten 16 der insgesamt 45 Insassen gerettet werden, nachdem sich einige der Überlebenden aufgemacht hatten, um selbst Hilfe zu suchen. Das Unglück wurde verfilmt und ist bekannt als das "Wunder der Anden".