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Flugzeuge im Bauch

In ein Flugzeug zu steigen, ist für manche Menschen undenkbar. Sie haben Flugangst. Andere aber lieben es, die Welt aus der Vogelperspektive zu sehen. Aber „Flugzeuge im Bauch“ haben alle Menschen gern.

Audio anhören 06:40

Flugzeuge im Bauch – die Folge als MP3

Ich sitze angespannt im Flugzeug, kralle mich nervös an den Lehnen des Sitzes fest. Mit den Füßen drücke ich fest auf den Boden, ziehe den Sicherheitsgurt mit meinen nassgeschwitzten Händen noch einmal so fest wie nur möglich. Oh nein! Die Tür schließt. Es wird langsam ernst! Gleich geht es los! Ab in die Luft! Zum allerersten Mal!

Premiere im Flieger

Ein Kind sitzt in einem Flugzeug aus Karton

Bodenhaftung ist mir lieber!

Ja, ist das jetzt schlimm? Muss nicht jeder ein Jetsetter sein: Montag zu Hause in Berlin, Dienstag ab nach London zum Meeting, Mittwoch weiter nach New York, Donnerstag dem Jetlag einen Tag Pause geben und Freitag weiter nach …? Was weiß ich! Nein, das ist nicht mein Ding!

Ich fahre lieber mit dem Auto oder der Bahn. Da sieht man auch viel mehr – und nicht bloß Wolken. Für die Strecken, die man auch mit dem Auto oder der Bahn zurücklegen kann, lohnt sich so mancher Kurzstreckenflug doch sowieso nicht – und teuer ist der Spaß noch obendrein. Okay, ich geb’s ja endlich zu: Ich habe Angst – verdammte Flugangst! Bodenhaftung ist mir lieber.

Mitgefühl mal anders

Maledivische Inseln aus der Luft

Manche weit entfernte Insel steht hoch im Kurs

Bekannte machen sie gerne über meine Schwäche lustig. Sobald die Frage kommt, wohin es im Sommer in den Urlaub geht, schlagen die einen bewusst genau die Ziele vor, die nur mit dem Flieger zu erreichen sind. Inseln sind da hoch im Kurs. Sie wollen mich ärgern. Die anderen versuchen meine Angst wegzuquatschen.

„Du, der Paul, der fliegt jedes Wochenende zu seiner Freundin nach Madrid, dem ist noch nie was passiert!“ Oder: „Wir haben neulich erst einen Rundflug im Helikopter über Köln gemacht, das war so toll! Du verpasst was!“ Oder auch: „Andere fliegen ja sogar zum Mond, stell’ du dich mal nicht so an!“ Ist mir doch egal, ob das jemand anders macht! Aber ich steig’ bestimmt nicht freiwillig in so ein Ding. Mmh, dachte ich zumindest.

Alles nur für ihn

Flugzeug in der Luft - unter ihm die Wolkendecke

Über den Wolken ...

Nun, gut. Ich sitze nämlich jetzt in einem Flugzeug. „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, heißt es in einem Lied von Reinhard Mey. Na ja, da bin ich ja jetzt mal gespannt! Was macht man nicht alles für die Liebe! Da wird man nicht nur blind, sondern auch lebensmüde. So eine frische Fernbeziehung macht mir echt zu schaffen! Der Weg bis zum Flughafen war nicht gerade unbeschwert. Ich dachte man steigt in seine Maschine und gut ist. Aber nein, ganze drei Stunden musste ich vorher dort sein.

Den Schalter der Fluggesellschaft suchen, einchecken, Koffer abgeben – zum Glück hatte ich einen als Freigepäck, sonst hätte ich dafür ja noch draufzahlen müssen – Terminal suchen, Pass- und Sicherheitskontrolle und das Handgepäck durchleuchten lassen. Dass man Flüssigkeiten extra in eine Tüte packen muss, wusste ja sogar ich als totaler Flugneuling. Aber dass es da mit einer normalen Plastiktüte nicht getan ist, sondern dass sie verschlossen werden muss, war mir neu. Diese Kleinlichkeit der Sicherheitsleute mal wieder!

Im Traum annulliert

Anzeigetafel Fughafen. In einer Reihe steht annulliert

Gott sei Dank!! Leider nur im Traum!

Gebucht habe ich den Flug schon bequem von zu Hause. Ein Non-Stop-Flug war mir wichtig. Als ob ich irgendwo zwischenlanden, den Flieger wechseln und mich dann freiwillig ein weiteres Mal in einen neuen Flieger setzen soll. Kommt mir nicht in die Tüte! Trotz des Non-Stop-Flugs waren Hin- und Rückflug zusammen bezahlbar, ja sogar ein richtiges Schnäppchen.

Letzte Nacht konnte ich kaum schlafen. Ich habe geträumt, ich säße mit meinem Gepäck im Terminal und leider seien alle Flüge überbucht gewesen oder annulliert worden. Das sieht man ja häufiger im Fernsehen. Fluggesellschaften verkaufen mehr Plätze als eigentlich im Flieger Platz ist. Oder Menschen müssen auf Flughäfen übernachten, weil mal wieder gestreikt wird und deshalb Flugverbindungen gestrichen werden mussten. Da das auch auf meinen Flug zutraf, konnte ich meine Reise absagen und wieder heimfahren. Leider war das nur ein Traum.

Was ist, wenn …?

Sicherheitshinweis im Flugzeug auf die Schwimmweste unter dem sitz, in deutscher und englischer Sprache

Ein beruhigendes Gefühl!

In Wirklichkeit sitze ich aber jetzt im Flugzeug Richtung Südamerika. Rund dreizehn Stunden Flug liegen vor mir. Dann bin ich endlich in Rio. Meine Gedanken schweifen ab. Ich möchte mir nun wirklich keine Katastrophe ausmalen, aber es wird ja immer wieder davon berichtet, wie Flugzeuge abstürzen, entführt werden oder sich Vögel in den Turbinen verheddern.

Die anderen Passagiere scheinen ganz ruhig. Sie schauen verträumt aus dem Fenster, lesen Zeitung und warten bis es losgeht. Dass die Stewardess, die offiziell korrekt eigentlich Flugbegleiterin heißt, uns gerade zeigt, wo wir im Notfall die Schwimmweste finden und wie wir die Atemmaske richtig anlegen, scheint an ihnen komplett vorbeizugehen. Sie kennen sich wohl schon bestens aus, fliegen wöchentlich, ach was täglich!

Jetzt geht’s los!

Flugzeug hebt ab

Hoffentlich vergeht die Zeit wie im Flug

Aber nein, ich höre jetzt auf! Ich habe diesen Flug nun angetreten und ich ziehe das durch! Kein Meckern mehr! Dann sehe ich endlich meine große Liebe wieder. Wenn er das nicht zu schätzen weiß. Ich bin gerade dabei, für ihn meine größte Angst zu besiegen. Die Stewardess setzt sich nun auch hin. Das Flugzeug fängt an zu rollen. Ich ziehe noch einmal den Gurt fest und atme tief durch.

Wir bewegen uns Richtung Startbahn, mein Herz schlägt wild. Ich kneife die Augen zu, hoffe, dass die Zeit wie im Fluge vergeht und schon gleich die Durchsage des Piloten kommt, dass wir im Anflug auf den Zielflughafen sind. Es ist laut, es poltert und mit einem Ruck sind wir in der Luft. Ich öffne meine Augen, nicht dass mir jemand meine Angst ansieht. Alle anderen Passagiere neben mir verziehen keine Miene.

Bauchgefühl

Ich fühle mich auf einmal ganz komisch. Ich bin in der Luft! Ich fliege – okay, besser gesagt das Flugzeug, in dem ich sitze, fliegt! Wie ein Vogel durch die Lüfte! Was ist das für ein merkwürdiges Gefühl. Nein, keine Panik, ich werde nicht flugkrank! Das sind nur die Schmetterlinge, ach was – die Flugzeuge in meinem Bauch! Pedro, ich bin auf dem Weg zu dir!!






Arbeitsauftrag

Höre dir die Lieder „Über den Wolken“ von Reinhard Mey (http://bit.ly/1oGxKhL) und „Flugzeuge im Bauch“ von Herbert Grönemeyer (http://bit.ly/1r5xfzw) an. Welches der beiden Lieder gefällt dir besser? Suche dir ein Lied aus. Schreibe eine Zusammenfassung über den Inhalt und begründe, warum du dieses Lied ausgesucht hast.

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