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Wirtschaft

Flugzeuge für Milliarden

Kurz nach dem Erstflug der Airbus A350 kommt die Antwort vom Rivalen Boeing: Mit der 787-10 soll bis 2018 ein Konkurrenzmodell fertig sein. Zur Flugmesse Le Bourget trumpfen beide Hersteller mit ihren Auftragszahlen auf.

epa03744515 The new Airbus A350 XWB aircraft lands after its first test flight from the airport of Blagnac, Southern France, 14 June 2013. The test comes three days before the start of the biennial Paris Air Show, where Airbus and Boeing traditionally do battle for aircraft orders. The A350 uses light carbon-composite materials instead of aluminium, allowing airlines to make savings on fuel. It will have a capacity of between 270 and 350 passengers and is scheduled to enter service in late 2014. EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Airbus A350 Testflug Frankreich 14.06.2013

Der Flugzeugbauer Boeing setzt dem neuen Airbus A350 eine extralange Version seines "Dreamliners" entgegen. Nach kurzer und mittlerer Variante der 787 "Dreamliner" soll die langgestreckte 787-10 erstmals im Jahr 2018 ausgeliefert werden, wie Boeing am Dienstag bei der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris bekanntgab. Mit der Entscheidung reagiert der US-Konzern auf den ähnlich großen neuen Langstreckenflieger Airbus A350. Zudem brachte Korean Air ersehnte neue Aufträge für den modernisierten Boeing-Jumbo 747-8. Rivale Airbus präsentierte gleichzeitig einen neuen Mega-Milliardenauftrag vom Billigflieger Easyjet.

Boeing liegen nach eigenen Angaben bereits Bestellungen für 102 extralange "Dreamliner" vor. Die Maschine soll Platz für 300 bis 330 Passagiere bieten. Bei den Erstbestellungen stützt sich Boeing auf fünf Kunden. Singapore Airlines und der Flugzeugfinanzierer ALC wollen jeweils 30 Maschinen abnehmen, die Leasingtochter von General Electric orderte 10 Maschinen, die amerikanische United Airlines will 20 Jets und die IAG-Tochter British Airways 12 Flugzeuge des Typs kaufen.

Produktion eines 787 Dreamliners für die Air India (Foto: afp/GettyImages) #One of the Air India 787 Dreamliners on the production floor at Boeing's new production facilities April 27, 2012, in North Charleston, South Carolina. Later in the day Boeing conducted 'roll-out' ceremonies for their first South Carolina made 787 Dreamliner aircraft. AFP PHOTO/Paul J. Richards (Photo credit should read PAUL J. RICHARDS/AFP/GettyImages)

Zusammenbau eines Dreamliners in North Charleston. Besonders die Batterien bereiteten Boeing große Probleme.

Bisher ist erst die Standardversion des "Dreamliners" mit Platz für rund 240 Passagiere in der Luft - zuletzt von Pannen und einem mehr als dreimonatigen Flugverbot geplagt. Die längere 787-9 soll noch in diesem Sommer erstmals abheben. Mit der langen 787-10 konkurriert Boeing direkt mit der A350 von Airbus, die in ihrer Standardversion bei drei Klassen 314 Fluggästen Platz bieten soll. Die A350 hatte ihren Erstflug in der vergangenen Woche erfolgreich bestanden und wird auch in Le Bourget für einen Überflug erwartet.

Boeing und Airbus räumen groß ab

Boeing erhielt aus Südkorea Bestellungen für elf Langstreckenflieger. Die Fluggesellschaft Korean Air will fünf Exemplare des größten Boeing-Modells 747-8 und sechs Langstreckenjets vom Typ 777-300ER ordern. Für den Jumbo hatte Boeing zuletzt lange um Bestellungen ringen müssen. Insgesamt kommt der Auftrag aus Korea laut Preisliste auf einen Gesamtwert von 3,6 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro).

Der britische Billigflieger Easyjet bescherte Airbus einen Großauftrag für seine Mittelstreckenjets. Der Ryanair-Konkurrent will bei der EADS-Tochter 35 A320 sowie 100 Maschinen der spritsparenden Neuauflage A320neo bestellen. Laut Preisliste haben die 135 Jets einen Gesamtwert von 13,2 Milliarden US-Dollar (9,9 Milliarden Euro).

epa03744149 The new aircraft Airbus A350 XWB takes off for its first test flight from the airport of Blagnac, Southern France, 14 June 2013.The test comes three days before the start of the biennial Paris Air Show, where Airbus and Boeing traditionally do battle for aircraft orders The A350 uses light carbon-composite materials instead of aluminium, allowing airlines to make savings on fuel. It will have a capacity of between 270 and 350 passengers and is scheduled to enter service in late 2014. EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Das aktuelle Modell von Airbus: Die A350-XWB bei ihrem Erstflug am 14.06.2013.

Allerdings hat Easyjet nach eigenen Angaben einen kräftigen Rabatt ausgehandelt. Außerdem sichert sich die Gesellschaft Kaufoptionen für 100 weitere «neos». Die neuen Flieger sollen 2015 bis 2022 ausgeliefert werden. Sechs weitere A320-Flieger gehen an die neue tunesische Fluglinie Syphax - drei davon in der «neo»-Version.

Aufträge auch für die Kleinen

Erfolge zur Airshow meldeten auch kleinere Hersteller. So feierte der russische Flugzeugbauer Suchoi am Dienstag die Auslieferung seines mit westlichen Partnern gebauten Superjets SSJ 100. Mit der mexikanischen Interjet hat erstmals eine westliche Fluggesellschaft den zuletzt immer wieder von Pannen betroffenen Jet in seiner Flotte.

Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer holte sich in Paris Aufträge für mehr als 200 Flugzeuge, die Hälfte davon als feste bestellte Jets für einen Listenpreis von 3,5 Milliarden Euro. Die kanadische Bombardier konnte 32 Businessjets für knapp 990 Millionen Euro absetzen.

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