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Kultur

Flugzeugabsturz: Viele Passagiere können sich retten

Eine indonesische Boeing schießt über die Landebahn hinaus, fängt Feuer und brennt vollkommen aus. 117 der 140 Passagiere überleben das Unglück. An Bord waren auch australische Diplomaten.

Indonesische Sicherheitskräfte schirmen die Unfallstelle vor Schaulustigen ab, Quelle: AP

Indonesische Sicherheitskräfte schirmen die Unfallstelle vor Schaulustigen ab

Bei dem Flugzeugunglück sind am Mittwoch (7.3.07) 23 Menschen ums Leben gekommen, wie der indonesische Transportminister Hatta Radjasa vor Reportern erklärte. 117 der 140 Passagiere konnten sich aus der brennenden Maschine retten. Einige von ihnen wurden mit schweren Brandwunden in Krankenhäuser gebracht. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono ordnete nach dem Unglück eine Untersuchung an.

Die Boeing 737-400 der staatlichen Fluggesellschaft Garuda befand sich auf einem Inlandsflug von Jakarta in die 440 Kilometer südöstlich der Hauptstadt gelegene Touristenmetropole Yogyakarta. Kurz vor der Landung war die Maschine in Schwierigkeit geraten. Sie schlitterte mit brennenden Reifen und dichten Rauchwolken in der Kabine über die Landebahn hinaus und kam 300 Meter weiter in einem Reisfeld zum Stehen. Die Crew riss innerhalb kurzer Zeit die Notausgänge auf, woraufhin die Passagiere aus dem brennenden Wrack ins Freie sprangen. Die Maschine brannte völlig aus.

Blackbox bereits gefunden

Feuerwehrleute löschen die letzten Flammen im ausgebrannten Wrack, Quelle: AP

Feuerwehrleute löschen die letzten Flammen im ausgebrannten Wrack

Ermittler fanden nach Informationen der BBC bereits die Blackbox, auf der die technischen Daten und Stimmen aus dem Cockpit aufgezeichnet sind. Das Material sollte in den USA oder Australien ausgewertet werden. Der Fluggesellschaft Garuda zufolge war das 1992 gebaute Flugzeug erst im vergangenen Monat gründlich inspiziert worden.

"Uns liegen keinerlei Erkenntnisse vor, dass es sich um Sabotage oder einen Terroranschlag gehandelt hat", sagte der australische Außenminister Alexander Downer. Mehrere Mitarbeiter und Journalisten, die ihn zu einer Anti-Terrorkonferenz nach Jakarta begleitet hatten, waren an Bord der Unglücksmaschine. Mindestens ein Australier kam ums Leben. Ein indonesischer Regierungssprecher hatte zuvor die Möglichkeit von Sabotage ins Spiel gebracht, weil Überlebende von einer Explosion an Bord berichtet hatten.

Dramatische Minuten an Bord

Die Überlebenden berichteten von dramatischen Minuten an Bord kurz vor der Landung. "Wir hatten alle das Gefühl, dass es bei der Landung zu einem Unfall kommen würde", sagte der italienische Südostasienkorrespondent Alessandro Bertellotti. "Das Flugzeug war viel zu schnell, es war klar, dass es nicht bremsen können würde." Die australische Journalistin Cynthia Banham erlitt schwere Brandwunden. "Sie sah Leute in Flammen stehen", sagte ihr Kollege Mark Forbes, der eine frühere Maschine genommen hatte.

Ordnete eine Untersuchung an: Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, Quelle: AP

Ordnete eine Untersuchung an: Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono

"Vor der Landung begann die Maschine zu wackeln. Plötzlich war die Kabine voller Rauch", berichtete Passagier Dien Syamsudin dem Radiosender Elshinta. "Es gab drei laute Explosionen, bevor die Maschine landete", berichtete ein anderer Augenzeuge. "Das Flugzeug stand sofort in Flammen."

Die staatliche Fluggesellschaft Garuda steht in einer Sicherheitsstatistik auf Platz 46 unter 50 Airlines. In der Aufstellung des deutschen Unfalldatenermittlers JACDEC werden geflogene Kilometer und Passagierzahlen berücksichtigt. Seit 1949 verlor Garuda 13 Maschinen. Der letzte große Unfall geschah 1997, als eine Maschine mit 234 Menschen vor dem Flughafen von Medan auf Sumatra abstürzte.

Serie von Unglücken

Das Flugzeugunglück geschah nur einen Tag, nachdem bei Erdbeben auf der Insel Sumatra 72 Menschen ums Leben kamen. Seit Ende Dezember starben mehrere hundert Menschen bei weiteren schweren Fähr- und Flugzeugunglücken: Am Neujahrstag war eine Maschine des Billigfliegers Adam Air mit 102 Menschen an Bord vor Sulawesi abgestürzt. Vor drei Wochen zerbrach eine Adam Air-Maschine bei einer harten Landung in Surabaya. Die Behörden entzogen der Gesellschaft daraufhin die Fluglizenz.

"Es fehlt oft Geld und bei manchen Gesellschaften der Wille, ihre Geschäftspraktiken zu ändern", sagte der Luftfahrtanalyst von Standard and Poor in Singapur, Shukor Yusof, am Mittwoch der BBC. Die Regierung hat mittlerweile eine Sonderkommission eingesetzt, die sich mit der Verbesserung der Verkehrssicherheit befassen soll. (tos)

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