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Kultur

Flugzeugabsturz über New York

Ein Passagierflugzeug ist am Montag auf den New Yorker Stadtteil Queens gestürzt. Mindestens 265 Menschen wurden getötet. Nach den Worten von US-Außenminister Colin Powell handelt es sich "offenbar um einen Unfall".

Ein Bericht aus New York von Bettina Marx

Es war 9.15 Uhr Ortszeit, als American Airlines Flug 587
nach Santo Domingo vom John F.Kennedy-Flughafen in New York abhob. Doch die Reise endete für die 260 Menschen an Bord nur wenige Minuten später in einem Flammenmeer. Denn nur fünf Meilen weiter südlich stürzte das Flugzeug in ein Wohngebiet des New Yorker Stadtteils Queens.

Zwei Wohnhäuser gingen sofort in Flammen auf, in
Windeseile griff das Feuer auf mehrere Nachbarhäuser über. Über die Zahl der Todesopfer unter den Bewohnern der betroffenen Straßen gibt es derzeit noch keine verläßlichen Zahlen.

Kurz nachdem die ersten Nachrichten über den Absturz über die Agenturen liefen und die New Yorker Fernsehsender ihre Sendungen unterbrachen, um die ersten Bilder der Absturzstelle zu senden, trat nur wenige Kilometer entfernt im Glaspalast der Vereinten Nationen in Manhattan Bundesaußenminister Joschka Fischer an das Rednerpult
der UN-Vollversammlung. Sichtbar betroffen von den Nachrichten aus Queens sprach er den Angehörigen der Opfer und dem amerikanischen Volk sein Beileid aus. Er sei, so Fischer, entsetzt und schockiert.

"Zur Stunde kennen wir noch nicht die Ursache für diese Katastrophe, aber wir sind schockiert und entsetzt, und ich möchte den Angehörigen, den Familien und dem amerikanischen Volk unser tiefes Mitgefühl und Beileid ausdrücken."

Am eigenen Leib hat Fischer an diesem Tag gespürt, welche Stimmung in New York seit den Anschlägen vom 11. September herrscht. Der Absturz des Flugzeugs, dessen Ursachen zunächst nicht klar waren, setzte sofort striktes Sicherheitsmaßnahmen in Kraft. Die Vereinten Nationen wurden abgeriegelt, der Verkehr in der Metropole brach
zusammen, nachdem Brücken und Tunnel geschlossen wurden. Auch die Flughäfen wurden vorübergehend geschlossen und der Luftraum über New York gesperrt.

Für die meisten New Yorker ist der Absturz der American Airlines Maschine ein Déja-Vue-Erlebnis. Denn vor fast auf den Tag genau zwei Monaten waren in Manhattan zwei von Terroristen gekaperte Flugzeuge in das World-Trade-Center geflogen und hatten damit den größten Selbstmordanschlag der Geschichte verübt. In Rockaway, dem Wohngebiet, dass nun vom Absturz betroffen wurde, betrauern die Bewohner noch immer neunzig Nachbarn, die unter den Trümmern des
World-Trade-Center begraben liegen.

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