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Aktuell Afrika

Flugzeug-Wrack in Mali entdeckt

Nach Stunden der Ungewissheit steht nun fest: Die vermisste Passagiermaschine der Gesellschaft Air Algérie ist im Norden Malis abgestürzt. An Bord waren viele Franzosen. Niemand mag ein Verbrechen ausschließen.

Es ist bereits das dritte größere Flugzeugunglück in nur einer Woche: Über dem westafrikanischen Krisenland Mali ist eine Passagiermaschine mit mindestens 116 Menschen an Bord verunglückt, wie Staatschef Ibrahim Boubacar Keita am Donnerstagabend mitteilte. Das Wrack sei im Norden des riesigen Landes zwischen Kidal und Tessalit entdeckt worden. Auch ein Vertreter der UN-Mission in Mali bestätigte den Absturz.

Das Flugzeug des Typs McDonnell Douglas MD-83, das Air Algérie von der spanischen Swiftair geleast hat, war von Burkina Faso nach Algerien unterwegs. Warum die Maschine am frühen Donnerstagmorgen - 50 Minuten nach dem Start in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou - vom Radar verschwand, ist noch unklar. Offenbar wollte der Pilot eine Schlechtwetterfront umfliegen, heißt es.

Laut Swiftair waren die meisten Insassen Franzosen oder Bürger Burkina Fasos. An Bord befunden haben sollen sich auch vier Deutsche, was das Auswärtige Amt in Berlin bisher allerdings nicht bestätigte.

Flugzeug "in gutem Zustand"

Frankreichs Präsident François Hollande verschob wegen der Ereignisse eine lange geplante Reise in französische Überseegebiete im Indischen Ozean. Außenminister Laurent Fabius erklärte auf die Frage nach einem möglichen Terroranschlag, es dürften "keine Hypothesen ausgeschlossen werden, bevor uns nicht alle Informationen vorliegen".

Im vergangenen Jahr hatten sich islamistische Aufständische im Norden Malis teils heftige Kämpfe mit französischen und malischen Soldaten sowie weiteren afrikanischen Truppen geliefert. Die Region gilt nach wie vor als unsicher. Spekulationen über einen möglichen Abschuss wurden auch von seit langem kursierenden Berichten über im libyschen Bürgerkrieg verschwundene Boden-Luft-Raketen genährt. Die US-Luftaufsichtsbehörde FAA führt Mali als eines der Länder, in denen in denen Flugzeugen Gefahr von solchen Waffen droht.

Hinweise auf einen technischen Defekt gibt es nicht: Die zivile französische Luftfahrtaufsicht erklärte, die Maschine sei erst vor wenigen Tagen auf dem Flughafen von Marseille gewesen. "Wir haben sie untersucht und wir haben fast nichts gefunden, sie war wirklich in gutem Zustand", sagte Behördenchef Patrick Gandil.

Ukraine - Taiwan - Mali

Erst am vergangenen Donnerstag war eine Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord über umkämpftem Gebiet in der Ostukraine abgestürzt. Die prorussischen Rebellen in der Region und die Regierung in Kiew werfen sich gegenseitig vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Am Mittwoch kamen bei einem missglückten Landemanöver in Taiwan 48 Menschen ums Leben.

wa/det (afp, dpa)