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Kultur

Flugzeug stürzt in den Hudson - alle Passagiere gerettet

Vor New York ist ein Flugzeug mit 155 Passagieren an Bord in den Hudson River gestürzt. Das Flugzeug trieb vor Manhattan auf dem Wasser. Wie durch ein Wunder überlebten alle Passagiere die Notlandung.

Das notgewasserte Flugzeug. Quelle: ap

Die Maschine schwimmt auf dem Wasser

Nur drei Minuten nach seinem Start auf einem New Yorker Flughafen ist ein voll besetzter Airbus am Donnerstag (15.01.2009) auf dem Hudson River notgelandet. Ersten Ermittlungen der Luftaufsichtsbehörde FAA zufolge waren beide Triebwerke des Passagierfliegers ausgefallen. Der Grund war ein Zusammenstoß mit Vögeln, wahrscheinlich mit einem Gänseschwarm. Die Maschine ging daraufhin unmittelbar vor den Hochhäusern von Manhattan nieder.

Lauter Knall

Flugzeug. Quelle: ap

Notlandung auf dem Wasser

"Es gab einen lauten Knall. Wir sahen Rauch. Kurz danach warnte uns der Kapitän vor einem harten Aufprall", beschrieb ein Passagier die letzten Minuten an Bord. Andere rühmten nach ihrer Rettung die Meisterleistung der Crew im Cockpit. "Wir danken Gott und den Piloten", sagte eine Frau. Ein anderer Passagier berichtete: "Ungefähr drei Minuten nach dem Start sind die Maschinen ausgegangen. Und dann wussten wir, dass es nach unten geht."

"Der Captain sagte, wir sollten uns auf einen Aufprall vorbereiten", berichtete ein Passagier. Alle hätten sich geduckt und gebetet. Das Flugzeug sei ziemlich hart auf dem Wasser aufgeprallt: "Es war heftig. Aber man muss dem Piloten anrechnen: Er hat eine höllisch gute Landung gemacht." Augenzeugen berichteten, der Pilot habe die Maschine sehr kontrolliert auf dem Wasser aufgesetzt.

Frauen und Kinder zuerst

Sullenberger. Quelle: ap

Der Held des Tages: Pilot Sullenberger

Nach dem Aufprall auf dem Fluss sei es in der Kabine des Jets zunächst etwas hektisch gewesen, berichteten Passagiere. "Eine Frau mit einem Baby an der Schulter hat versucht, über die Sitze zum Ausgang zu klettern", so ein Augenzeuge. "Da haben wir einfach gerufen, Frauen und Kinder zuerst." Anschließend habe sich der Andrang zu den Ausgängen normalisiert.

Noch bevor die Wasserwacht das schwimmende Wrack erreichen konnte, hatte die Besatzung aufblasbare Rettungsboote mobilisiert und begann, den Passagieren aus dem Flugzeug und über die Ausstiegstüren in die Boote zu helfen. Nur wenige Minuten später trafen Fährschiffe und Rettungsboote an der Unglücksstelle ein. Hubschrauber kreisten über der Unglücksstelle und warfen Rettungswesten ab. Auch die regelmäßig im Hafen verkehrenden Fähren kamen zu Hilfe.

Dramatische Szenen

Auf dem Fluss spielten sich dramatische Szenen ab. Überlebende stellten sich auf die Tragflächen und warteten auf Rettung, andere brachten sich mit Rettungsflößen in Sicherheit. Einige Passagiere mussten bei Temperaturen um minus sieben Grad Celsius von Tauchern geborgen werden.

Nachdem alle Insassen in Sicherheit gebracht worden waren, vertauten Schlepper die treibende Maschine, um sie vor dem Versinken zu bewahren. Derweil wagten sich Taucher in die Kabine und überzeugten sich, dass niemand an Bord geblieben war.

"Wunder auf dem Hudson"

Bloomberg. Quelle: ap

New Yorks Bürgermeister Bloomberg lobte den Piloten

Laut FAA war die Maschine auf dem Weg vom New Yorker Flughafen La Guardia nach Charlotte im Bundesstaat North Carolina. Es handelte sich um einen Airbus A 320 der US-Fluggesellschaft US Airways. Die Überlebenden wurden an Land von Sanitätern empfangen und in Decken gehüllt. Einige Passagiere mussten wegen Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg dankte dem Piloten für sein umsichtiges Verhalten. "Dieser Pilot hat wunderbare Arbeit geleistet und es geschafft, dass mehr als 150 Menschen das Flugzeug lebend verlassen konnten", lobte Bloomberg. Nach Abschluss der Rettungsarbeiten sei der Pilot noch zweimal durch die Maschine gegangen, um sicherzustellen, dass niemand zurückgeblieben sei. Der New Yorker Gouverneur sprach von einem "Wunder auf dem Hudson". (ako)

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