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Deutsche Geschichte

Flugzeug "Landshut" kommt nach Hause

Sie ist deutsche Geschichte - die ehemalige Lufthansa-Maschine "Landshut", in der sich 1977 das in Mogadischu endende Geiseldrama abspielte. Nun soll die Boeing 737 in Friedrichshafen ihre endgültige Parkposition finden.

Das Wrack der Landshut im brasilianischen Fortaleza (Foto: picture-alliance/dpa/TMA Fortaleza/P. Wagner)

Das Wrack der "Landshut" im brasilianischen Fortaleza

Die 1977 von Terroristen entführte und von der Spezialeinheit GSG-9 in der somalischen Hauptstadt Mogadischu befreite "Landshut" soll laut "Bild"-Zeitung" nach Friedrichshafen am Bodensee gebracht werden. Das Auswärtige Amt habe die im brasilianischen Fortaleza vor sich hin rottende frühere Lufthansa-Maschine für umgerechnet rund 20.000 Euro erworben, schreibt die Zeitung. Der Jet solle nun mit Unterstützung der Lufthansa und der in Friedrichshafen ansässigen Dornier Stiftung als Ausstellungsstück hergerichtet werden.

Wrack muss zerlegt von Brasilien nach Deutschland geflogen werden

Das Boeing-737-Wrack ist nicht mehr flugfähig und muss daher in Einzelteilen nach Deutschland transportiert werden. Nach derzeitigem Stand kann die "Landshut" in Brasilien innerhalb von drei Tagen zerlegt werden. Anschließend sollen die Teile dann mit einer "Antonov"-Transportmaschine Richtung Bundesrepublik geflogen werden.

Die Landshut steht am 17. Oktober 1977 auf einem abseits gelegenen Areal des Flughafens von Mogadischu. Am 18. Oktober stürmt die Spezialeinheit GSG-9 die Maschine, dabei sterben drei der vier palästinensischen Geiselnehmer (Foto: picture-alliance/AP Photo/H. Koundakjian)

Der vorletzte Akt des Geiseldramas: Die "Landshut" steht am 17. Oktober 1977 auf einem abseits gelegenen Areal des Flughafens von Mogadischu. Am 18. Oktober stürmt die Spezialeinheit GSG-9 die Maschine, dabei sterben drei der vier palästinensischen Geiselnehmer

Das Flugzeug soll spätestens im Herbst abtransportiert werden – optimalerweise bis Oktober. Denn am 13. Oktober jährt sich die Entführung der "Landshut" zum 40. Mal. Am 18. Oktober ist eine Gedenkveranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geplant, bis dahin soll die "Landshut" restauriert sein. Die Schirmherrschaft über die Ausstellung wird laut "Bild" Kulturstaatsministerin Monika Grütters übernehmen.

"Ein Mutmacher"

Außenminister Sigmar Gabriel sagte, die Geschichte der Maschine sei spannend und auch wieder hochaktuell in Zeiten, in denen ein ganz anderer Terrorismus unser friedliches Zusammenleben bedrohe. "Die Botschaft der 'Landshut' ist: Wir lassen uns nicht unterkriegen." Sie sei ein "Mutmacher".

Am 13. Oktober 1977 hatten vier Palästinenser in Absprache mit der deutschen linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) die "Landshut" mit 91 Menschen an Bord gekapert. Die Terroristen bekräftigten Forderungen der RAF, die mit der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer Gesinnungsgenossen freipressen wollte. Nach einer Landung im südjemenitischen Aden erschossen sie den Kapitän Jürgen Schumann. Der über 9000 Kilometer lange Irrflug, der in Mallorca begonnen hatte, endete am 17. Oktober in Mogadischu. Am 18. Oktober kurz nach Mitternacht stürmte die Anti-Terroreinheit GSG 9 die Maschine und befreite die Geiseln unversehrt. Bei der Aktion wurden drei Terroristen getötet.

Nach einer Reparatur flog der Jet weiter im Dienst der Lufthansa, wurde dann mehrfach verkauft und 2008 in Brasilien stillgelegt. 

sti/rb (dpa)

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