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Deutschland

Flugsicherung gibt Luftraum fast ganz frei

Der Luftraum über Deutschland ist von der Deutschen Flugsicherung wieder weitgehend freigegeben worden. Damit normalisiert sich die Situation auch in Deutschland nach tagelangem Stillstand.

Ein Flugzeug landet (Foto: AP)

Flughafen Arlanda, Stockholm: das Flugverbot ist mittlerweile in vielen Ländern aufgehoben worden

Gesperrt waren am Mittwochvormittag (21.04.2010) nur noch die Flughäfen in Dresden, Leipzig, Erfurt und Münster. Die Flugsicherung rechnet mit einer kompletten Freigabe des Luftraums bis zum Mittag.

Sicht- und Instrumentenflug

Ein Flugzeug am Himmel (Foto: dpa)

Seit Ende der vorigen Woche war der deutsche Luftraum größtenteils gesperrt

Bislang konnten in Deutschland nur die Flughäfen Bremen, Hamburg und die beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld mit Hilfe von Bordinstrumenten angeflogen werden. Andere deutsche Airports durften nur nach Sichtflugregeln angesteuert werden. Die allgemeine Sperrung des deutschen Luftraums war in der Nacht zum Mittwoch bis 8 Uhr verlängert worden. Ausnahmen bildeten Berlin, Bremen und Hamburg, wo Flugzeuge schon seit den frühen Morgenstunden per Instrumentenflug starten und landen konnten. Außerdem waren Sichtflüge erlaubt, wenn die Wetterbedingungen dies zuließen.

Viele Flüge fallen noch aus

In Hamburg und Bremen war der Luftraum bereits Dienstagabend komplett freigegeben worden. Durch die Nachtflugverbote verzögerte sich der reguläre Beginn jedoch auf den Mittwochmorgen. Auch auf den beiden Hauptstadtflughäfen Tegel und Schönefeld fuhren erst ab 6 Uhr die ersten Maschinen auf die Rollfelder. Trotz der Öffnung des Luftraums werden in der Hauptstadt rund die Hälfte der Flüge ausfallen.

Der Flughafenbetreiber in Frankfurt am Main rechnete mit einer Ausweitung des Betriebs. Am Dienstag waren 265 Maschinen auf dem größten deutschen Airport gestartet oder gelandet. Etwas schleppend läuft der Flugverkehr in München an. Nach Angaben eines Sprechers wurden am Dienstag nur 223 Flüge abgewickelt. Das entspreche rund 22 Prozent eines normalen Flugtages.

In anderen europäischen Ländern ist das Flugverbot mittlerweile auch aufgehoben worden. Insgesamt waren über Europa am Dienstag rund drei Viertel des Luftraums wieder offen für den Flugverkehr. Dies teilte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol mit.

Flug-Forscher weisen Vulkanasche-Wolke nach

Die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben bei ihrem Forschungsflug am Montag Vulkanasche-Wolken in unterschiedlicher Ausdehnung und Konzentration nachgewiesen. Das Laser-Radar (Lidar) habe verschiedene Schichten Vulkanasche festgestellt, die mit Aerosol-Messgeräten untersucht worden seien, teilte das DLR in einem Bericht an das Bundesverkehrsministerium mit. Die Aschewolke sei zudem deutlich als bräunliche Schicht erkennbar gewesen. Allerdings nennt der Bericht keine Vergleichswerte, die eindeutig die Risiken und Fluggefahren beschreiben könnten.

Staatshilfen für Airlines?

Ein Flugzeug startet (Foto: AP)

Auf dem Hauptstadtflughafen Tegel starteten ab 6 Uhr die ersten Maschinen

Nach Angaben des Chefs des Weltluftfahrtverbandes IATA, Giovanni Bisignani, seien mittlerweile mehr als fünf Fluggesellschaften wegen des tagelangen Flugverbots vom Bankrott bedroht. Bisignani warnte davor, dass den mittelgroßen und kleinen Airlines das Geld ausgehe. Er werde deshalb die EU bitten, Staatshilfen für die vom Flugverbot betroffenen Airlines zuzulassen. Laut IATA verlieren die Fluggesellschaft derzeit täglich rund 200 Millionen Dollar.

Keine neue Vulkanasche

Dafür spuckt der Vulkan unter dem isländischen Eyjafjalla-Gletscher nur noch wenig Rauch mit Asche aus. Das teilte das Meteorologische Institut in Reykjavik am Mittwochmorgen mit. Die Rauchsäule erreicht nur noch eine Höhe von drei Kilometern. Als sie von Island in östlicher Richtung auf den europäischen Kontinent geweht wurde, war sie bis zu elf Kilometer hoch. Die Meteorologen sagten außerdem, dass die Winde am Eyjafjallajökull sich in Richtung Norden gedreht haben.

Wegen der über Europa hängenden Aschewolke des Vulkans am Eyjafjalla-Gletscher war seit Ende der vorigen Woche der deutsche Luftraum größtenteils gesperrt.

Autorin: Pia Gram (dpa, apn, afp, rtr)
Redaktion: Annamaria Sigrist

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