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Politik

Flughafen-Blues

Von keinem der drei Berliner Flughäfen fliege ich so gerne los wie von Tempelhof. Zehn Minuten Taxifahrt, keine Hektik, keine Schlangen - und diese ganz besondere Atmosphäre. Und dann das …

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Im einzigen Kiosk in der altmodischen Abfertigungshalle kaufe ich mir eine Zeitung und lese: Der Flughafen Tempelhof wird in einem Jahr geschlossen, und zwar endgültig. Wie schade! Das langgestreckte Gebäude aus den 30er Jahren ist vielleicht nicht schön, aber auf einzigartige Weise imposant.

Jeder Stein atmet Geschichte: Hier starteten Zeppeline, hier landeten die Rosinenbomber der Luftbrücke. Gut, wir haben Tegel und Schönefeld, da brauchen wir keinen dritten Flughafen mitten in der Stadt. Aber traurig wäre es doch, wenn ich die "Mutter aller Flughäfen“ bald nur noch in Filmen wie Billy Wilders "Eins, zwei, drei“ bewundern könnte.

Zum Glück soll das Gelände nach dem Ende des Flugbetriebs nicht vor sich hin gammeln. Das monumentale Gebäude bleibt erhalten, und rundherum soll etwas Neues entstehen. Aber was? Eine gigantische Eisbahn im Winter? Oder ein Paradies für Skater, die auf den Landebahnen entlang gleiten?

Der Senat ist unschlüssig und fragt die Berliner auf berlin.de/flughafen-tempelhof nach ihren Ideen. Das kommt ja nicht gerade oft vor, also ist die Beteiligung rege. Ganz oben steht der Wunsch nach Wiesen, Natur, einem Park. Das Gebäude, so einer der Vorschläge, könnte vom Flughafen zum "Buchhafen“ werden, also zu einer Bibliothek. Alles schöne Ideen, aber sicher nicht ganz so schön wie ein Start in Tempelhof, wenn das Flugzeug sich direkt über den Dächern von Berlin in die Höhe schraubt.