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Europa

Flugchaos in Spanien

Ein wilder Streik der Fluglotsen hat den spanischen Flugverkehr weitgehend zum Erliegen gebracht. Jetzt hat die Armee die Überwachung des Luftraumes übernommen.

Menschen vor einer Anzeigetafel (Foto: AP)

2000 Flüge wurden gestrichen

Alles Drohen hat offenbar nichts genützt. Nachdem die Fluglotsen ohne Streikankündigung ihren Dienst beendet hatten, mussten weite Teile des Luftraumes in der Nacht zum Samstag (04.12.2010) gesperrt werden. Ein Großteil der zivilen Flughäfen wurde geschlossen, darunter die von Madrid, Barcelona, Mallorca, Menorca, Ibiza und den Kanarischen Inseln. Mindestens 330.000 Reisende waren nach Angaben der Flughafenbehörde AENA betroffen. Etwa 2000 Flüge fielen aus.

Tarifstreit eskalierte

Auslöser für den wilden Streik war offenbar ein Beschluss der spanischen Regierung, mit dem eine neue Regelung für die Dienstzeiten der Fluglotsen eingeführt wurde. Seit Monaten befinden sich die Lotsen mit dem Verkehrsministerium und der Flughafenbehörde im Tarifkonflikt. Wie die AENA mitteilte, hätten 90 Prozent der Fluglotsen entweder ihre Arbeitsplätze verlassen oder seien nie aufgetaucht.

Notstand droht

Tower Flughafen madrid (Foto: dpa)

Der Tower des Flughafens Madrid war auch unbesetzt

Inzwischen hat die Armee die Kontrolle über den Luftraum übernommen. Das teilte der stellvertretende spanische Ministerpräsident und Innenminister, Alfredo Pérez Rubalcaba, mit. Sollten am Samstag nicht ausreichend Fluglotsen wieder zur Arbeit erscheinen, um den normalen Flugbetrieb wieder herzustellen, werde die Regierung den Notstand ausrufen. Dann wären die Fluglotsen dazu gezwungen, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen, anderenfalls würden sie strafrechtlich verfolgt.

Krisensitzung des Kabinetts

Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero berief für Samstagmorgen das Kabinett zu einer Krisensitzung ein. Nur wenige Stunden vor dem Ausstand hatte er angesichts der prekären Haushaltslage weitere Sparmaßnahmen gebilligt. Dabei ist unter anderem die teilweise Privatisierung von Flughäfen vorgesehen.

Autorin: Sabine Faber (ap, dpa)

Redaktion: Walter Lausch