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Aktuell Europa

Flucht endet mit dem Tod im Meer

Vor der Küste von Istanbul in der Türkei sind mindestens 24 Flüchtlinge ertrunken, darunter auch Kinder. Ihr völlig überladenes Boot kenterte nach Behördenangaben wenige Kilometer nach dem Start an der Bosporus-Mündung.

Nur sechs der insgesamt 43 Menschen, die sich auf dem Boot befanden, konnten bis zum Abend gerettet werden. Nach 13 Vermissten wurde weiter gesucht, wie die Küstenwache mitteilte. Nach Angaben von Rettern war das kleine Ausflugsboot für weniger als zehn Passagiere ausgelegt und damit vierfach überladen, als es in Richtung Rumänien aufbrach. Medienberichten zufolge waren unter den Passagieren zwölf Kinder und sieben Frauen. Die meisten Flüchtlinge stammten aus Afghanistan, einige waren demnach Syrer und Turkmenen.

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Die Bootsflüchtlinge waren vermutlich im Istanbuler Stadtteil Bakirköy an Bord gegangen und wollten über das Schwarze Meer nach Rumänien. Die Türkei ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge aus Afrika und Asien, deren Ziel die Europäische Union ist.

Suchaktion am Bosporus (Foto: Reuters)

Nur wenige Überlebende konnten geborgen werden

Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete unter Berufung auf Beamte, im Bootsrumpf habe es Lecks gegeben. Die Behörden nahmen dazu Ermittlungen auf. Ein Offizier der Küstenwache sagte im Nachrichtensender CNN-Türk, der starke Wind habe die Rettungsarbeiten erheblich erschwert. "Das Boot war sehr, sehr klein, vollkommen unzureichend für so viele Menschen." Nach einem Bericht des türkischen Senders NTV verlangten Schlepper von jedem Bootsinsassen 7000 Euro für die Überfahrt nach Rumänien.

Vor allem der Bürgerkrieg in Syrien hat in den vergangenen Jahren die Zahl der Flüchtlinge ansteigen lassen, die über die Türkei in die Europäische Union kommen wollen. Nach amtlichen türkischen Angaben waren es in den ersten acht Monaten dieses Jahres mehr als 17.000.

Das neue Unglück kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die EU abermals über ihre Flüchtlingspolitik debattiert. Italien hatte am Freitag seine Mission Mare Nostrum gestoppt, in deren Zuge Zehntausende aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Bei der neuen EU-Mittelmeermission Triton geht es vorrangig darum, die EU-Seegrenzen zu sichern, weniger um die Rettung von Flüchtlingen.

ml/jj (afp)