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Luftfahrt

Fliegen? Aber sicher!

Keine Angst mehr vorm Fliegen? Die kommerzielle Luftfahrt scheint sicherer geworden zu sein, denn die Zahl der Todesopfer ist im ersten Halbjahr auf ein Rekordtief gesunken. Aber ist Fliegen deswegen wirklich sicherer?

Der Flug ist gebucht, jetzt kommt das Einchecken. Dabei gibt es strategisch einiges zu bedenken: Wo kommt man schnell rein und raus? Wo hat man am meisten Beinfreiheit und wo ist es am Sichersten? Was den letzten Punkt angeht, gibt es viele Gerüchte darüber, auf welchen Plätzen die Überlebenschance bei einem Unfall am größten sei. Angesichts dessen macht einem die neueste Veröffentlichung des Hamburger Flugunfallbüros JACDEC (Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre) das Leben etwas leichter: Die Sicherheit beim Fliegen hat ein neues Rekordhoch erreicht.

Die Zahl der tödlichen Unfälle nahm im ersten Halbjahr 2017 drastisch ab, so eine Analyse des Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre. Nur 16 Todesfälle seit Januar haben sie in ihrer Studie für das Luftfahrtmagazin "Aero International" (August) festgestellt. Im ersten Halbjahr 2016 lag die Zahl der Unfalltoten in der weltweiten Luftfahrt noch bei 175. Das sei ein "sensationell niedriger Wert" nach einer ohnehin guten Sicherheitsbilanz 2016.

Keine Toten bei kommerziellen Linienflügen

Für Urlaubsreisende interessant: An Bord kommerzieller Linienflüge gab es keinen einzigen Toten. Sämtliche Opfer starben bei Fracht-, Demonstrations- oder regionalen Bedarfsflügen, so die Unfallforscher. Gezählt wurden dabei nur die an Bord befindlichen Personen.

"Diese Bestmarke ist umso beeindruckender, da im Durchschnitt der letzten 10 Jahre 286 Menschen in der ersten Jahreshälfte zu Tode gekommen sind", sagte JACDEC-Gründer Jan-Arwed Richter und betonte: "Allein die Toten im Reisebus-Unglück in Bayern waren mehr als im gesamten Halbjahr des weltweiten Flugverkehrs." Dabei werden immer mehr Passagiere durch die Luft befördert. Im letzten Jahr 3,7 Milliarden. Eine Prognose für das Gesamtjahr abzugeben sei allerdings verfrüht, sagte Richter.

Seit Jahren registriert und analysiert JACDEC die Unfälle und schweren Zwischenfälle der Zivilluftfahrt. Erfasst werden dabei alle Flugzeuge mit mehr als 5,7 Tonnen Gewicht oder mehr als 19 Sitzen.

Weniger Unfälle = mehr Sicherheit?

Markus Wahl von der Pilotenvereinigung Cockpit merkt aber an, dass die Statistik nur die Unfälle, aber nicht das Sicherheitslevel der gesamten Industrie wiederspiegeln würde. Die Fluggesellschaften würden sehr unterschiedlich mit Fehlern und Irrtümern umgehen. "Es gibt Airlines, die ihre Piloten da gehörig unter Druck setzen, um nicht über Fehler zu reden - das ist für die Sicherheitskultur nicht gerade förderlich", so Wahl.

Außerdem warnt Wahl vor neuen Risiken, die sich beispielsweise durch Drohnen ergeben und die zu Kollisionen mit Flugzeugen führen könnten. Es hapere auch bei der Cyber-Sicherheit im Cockpit - trotz beschwichtigender Beteuerungen seitens der Industrie. "Einen Schutz vor Manipulationen gibt es kaum - vor allem bei älteren Flugzeugen wurde da ja noch gar nicht dran gedacht", sagt Wahl. Die elektronische Sicherheit im Cockpit sei bestenfalls rudimentär.

Vorsichtshalber doch die richtige Platzwahl

Wer dennoch etwas gegen seine Flugangst tun möchte: Als etwas sicherer gelten Plätze in der Nähe eines Notausgangs, im Heckbereich, da dort Flugzeuge bei Unfällen oft weniger stark beschädigt werden und, wenn es Dreierreihen gibt, sollte man sich nicht ans Fenster setzen, da man dann nicht so schnell rauskommt.

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