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Wissen & Umwelt

Fledermäuse orientieren sich an Sonne und Magnetfeld

Mausohr-Fledermaus im Flug (Foto: Max-Planck-Institut)

Fledermäuse orientieren sich während des Fliegens sowohl am Magnetfeld der Erde als auch an der untergehenden Sonne. Das haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen und Radolfzell herausgefunden. Für ihre Versuche verdrehten sie bei der Hälfte der Test-Fledermäuse während des Sonnenuntergangs das Erdmagnetfeld mit Hilfe einer Helmholtzspule um 90° von Nord nach Ost. Danach flogen diese Tiere tatsächlich in die falsche Richtung – nämlich 90° in Richtung Osten statt nach Süden, wo ihre Heimathöhle lag.

Das entscheidende Experiment war dann, dieselbe Prozedur nachts zu wiederholen. Wieder veränderten die Wissenschaftler das Erdmagnetfeld für die Hälfte der Tiere von Nord auf Ost, aber erst, als es völlig dunkel war. Nun flogen beide Gruppen Richtung Süden. Alle Tiere fanden problemlos den Weg zurück zu ihrer Höhle.

"Die Magnetfeldmanipulation war also nur in Verbindung mit dem Sonnenuntergang wirksam", fasst Richard Holland zusammen. "Fledermäuse scheinen daher einen Magnetkompass zu haben, den sie an der Position der untergehenden Sonne kalibrieren." Für die Tiere ist also Westen dort, wo die Sonne untergeht, egal, ob ihr momentanes Magnetfeld etwas anderes sagt. Da durch Eiseneinlagerungen in der Erdkruste das lokale Erdmagnetfeld schwanken kann, scheint die Sonne für die Fledermäuse die verlässlichere Informationsquelle zur Orientierung zu sein.

Autorin: Judith Hartl (MPI, dpa)

Redaktion: Andreas Ziemons