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Wirtschaft

Flatternde Kurse am Hexensabbat

Der dreifache Verfallstag an den Börsen, der so genannte Hexensabbat, hat zum Wochenschluss für stark schwankende Kurse und hohe Umsätze gesorgt.

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Automobilbranche ins Minus gerutscht

An einem Hexensabbat verfallen Aktienoptionen sowie Futures und Optionen auf den DAX, also "Wetten" auf die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes. An diesen Tagen versuchen einige Investoren, je nach dem, wie sie gewettet haben, die Kurse vor dem Verfall ihrer Terminkontrakte nach oben oder unten zu treiben.

Auf und Ab im DAX

Nachdem der DAX am Mittag noch teilweise deutlich zugelegt hatte, rutschte er angesichts einer schwachen Wall Street bis zum Abend in die roten Zahlen. Schlussstand: Der DAX gibt 13 Punkte oder 0,3 Prozent auf 4.232 Zähler ab. Kein Glück war auch dem Neuen Markt beschieden. Der Nemax50 büßte 15 Punkte oder 2,4 Prozent auf 623 Zähler ein.

Im Minus vor allem die exportorientierte Autobranche. Ihr macht der Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar zu schaffen, da dies die deutschen Autos in den USA teurer macht. Volkswagen verlor 3,4 und BMW 4,4 Prozent. Den Automobilsektor belastet auch eine Herabstufung durch die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley.

Technologiewerte und Adidas im Plus

Im Plus lagen die in dieser Woche arg geprügelten Technologiewerte. Der Halbleiterproduzent Infineon gewann 3,1 Prozent und Epcos 1,5 Prozent.

Der Finanzdienstleister MLP kam etwas aus seinem Tal der Tränen heraus und legte 3 Prozent zu. Er war wegen anhaltender Vorwürfe, seine Bilanz geschönt zu haben, unter Druck gekommen.

An die Spitze der Gewinner setzte sich ohne besondere Nachrichten Adidas-Salomon mit 3,8 Prozent. Der Sportartikel-Hersteller wird damit seinem Ruf gerecht, eines der Unternehmen zu sein, die sich am stärksten vom DAX losgelöst entwickeln.

Ein Debakel dagegen der Kurs des Maschinenbauers Babcock Borsig. Das im MDAX notierte Unternehmen befindet sich in Finanznöten und verlor 46 Prozent. Innerhalb eines Tages hat sich damit der Firmenwert fast halbiert.

MobilCom legt zu

Am Neuen Markt konnte dagegen der Telefonkonzern MobilCom 12 Prozent zulegen. Dessen Gründer und Chef Gerhard Schmid ist am Freitag vom Aufsichtsrat des Unternehmens entlassen worden. Die France Télécom, ihr gehört ein Viertel des Unternehmens, hatte darauf gedrungen. Damit ist der Weg frei für eine Umschuldung der durch teure UMTS-Lizenzen in die Krise geratenen MobilCom.

Rentenmärkte

Am Rentenmarkt schloss der Bund-Future 0,2 Prozent höher bei 107,38 Punkten. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen bei 4,83 Prozent fest. Am Vortag hatte sie 4,80 Prozent betragen.

Devisenkurse

Der Euro setzte seinen Höhenflug fort und erreichte ein neues Zwei-Jahreshoch zum Dollar. Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank entsprach ein Euro:

0,9636 US-Dollar,
0,6444 Britische Pfund und
117,92 Japanische Yen

Die Dax-Kurse im Einzelnen, wie immer in Euro und ohne Gewähr:

Adidas-Salomon 87,19 +3,19
Allianz 190,10 -4,89
BASF 46,10 +1,10
Bayer 32,01 +0,61
Bay. HypoVereinsbank 31,31 -0,29
BMW 38,18 -1,77
Commerzbank 15,98 -0,21
DaimlerChrysler 44,96 -0,77
Degussa 35,90 +0,35
Deutsche Bank 70,05 +1,05
Deutsche Post 13,00 -0,54
Deutsche Telekom 9,05 -0,29
E.ON 57,51 +0,70
Epcos 34,02 +0,51
Fresenius Medical Care 48,30 -0,71
Henkel 69,42 -1,08
Infineon Technologies 15,26 +0,46
Linde 49,35 -0,27
Lufthansa 14,15 +0,23
MAN 20,30 +0,30
Metro 29,80 -1,01
MLP 32,08 +0,94
Münchener Rück 222,00 +4,80
Preussag 24,76 +0,45
RWE 38,50 +0,31
SAP 95,75 -2,20
Schering 62,07 +1,71
Siemens 59,79 +1,11
ThyssenKrupp 15,57 -0,43
VW 47,60 -1,65