1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Flap-flap-flap

Es dürfte der friedfertigste Rüstungsauftrag sein, den das US-Militär zu vergeben hat. Dennoch gibt es jetzt Streit um die Ehre, den Diensthubschrauber des Präsidenten bauen zu dürfen.

default

Sie sind bekannt aus Funk, Fernsehen und Wochenschau: die dunkelgrünen Hubschrauber der US Navy, die vor allem dazu dienen, den Präsidenten und andere Würdenträger in und um Washington am Stau vorbeizutransportieren. Ist der Präsident selbst an Bord, heißt der Hubschrauber automatisch "Marine One", ist also sozusagen der kleine Bruder der Präsidenten-Boeing "Air Force One" und gehört damit zu den amerikanischsten Transportmitteln, die es gibt.

Und genau das führt jetzt zum Streit zweier ur-amerikanischer Unternehmen. Die Flotte der elf Präsidenten-Chopper ist inzwischen 40 Jahre alt und war damit schon im Einsatz, als der jetzige Präsident noch zur High School ging. Inzwischen fliegen in den Maschinen so viele Geister der präsidialen Vergangenheit von Johnson bis Clinton mit, dass es sich auf Betriebskosten und Betriebssicherheit auswirkt – es wird Zeit für eine neue "Marine One".

Eine Frage der Ehre

Finanziell mag das nicht der aufregendste Rüstungsauftrag sein, den das US-Militär zu vergeben hat; jedoch ist es für jeden ‘Hubschrauberzusammenschrauber‘ eine Prestige-Angelegenheit, die Flugmaschine des Präsidenten zu bauen: Wer es wert ist, das Weiße Haus zu beliefern, darf auch mit Aufträgen für die reguläre Truppe rechnen.

Deshalb bemüht sich der amerikanische Sikorski-Konzern, der schon für Präsident Eisenhower Hubschrauber gebaut hatte, um den Auftrag. In direkter Konkurrenz dazu steht Agusta Westland, ein britisch-italienisches Konsortium. Nun waren Großbritannien und Italien im Irak-Krieg auf der Seite der Amerikaner – ob das aber schon reicht, den Präsidenten beliefern zu dürfen?

Genossen mit an Bord?

Sicher ist sicher, denkt man sich jetzt bei Sikorski, und weist lautstark darauf hin, dass das Konkurrenzprodukt nur zu 65 Prozent aus Teilen "Made in USA" zusammengeschraubt würde. Die amerikanischen Flugzeugbauer von Lockheed Martin, die hinter dem europäischen Konsortium stehen, halten dagegen. Auch der Sikorski sei nur zu 82 Prozent amerikanisch; der Rest käme aus Brasilien, Japan, Spanien, Taiwan und – welch ein Horror! – der Volksrepublik China.

Damit wäre er zwar ähnlich zusammengesetzt wie ein ganz normales amerikanisches Auto; ob das jedoch in Zeiten des galoppierenden Patriotismus genug ist, steht in den 50 Sternen der US-Flagge.