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Aktuell Nahost

Flüchtlingszahl hat sich verdreifacht

Immer mehr Menschen fliehen vor dem Bürgerkrieg aus Syrien. Die Zahl der registrierten syrischen Flüchtlinge in den Nachbarstaaten ist laut UNHCR erstmals auf über 300.000 angestiegen.

Bis Anfang Oktober seien 311.000 Syrer in die Türkei, den Libanon, Jordanien und den Irak geflohen, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR in Genf mit. Ende Juni seien erst rund 100.000 syrische Kriegsflüchtlinge in den vier Nachbarländern registriert gewesen. Damit habe sich die Zahl der Flüchtlinge innerhalb von drei Monaten mehr als verdreifacht.

Die massive Zunahme lasse eine weitere Eskalation des Konflikts zwischen dem Regime von Präsident Baschar al-Assad und der bewaffneten Opposition befürchten. Das UNHCR geht davon aus, dass bis zum Jahresende mehr als 700.000 syrische Flüchtlinge im Ausland auf Nothilfe angewiesen sein werden. Innerhalb Syriens sind nach UN-Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder auf der Flucht vor den Kämpfen.

Die anhaltend starke Zunahme der Flüchtlingszahlen unterstreiche, wie dringend zusätzliche Mittel für die Versorgung benötigt würden, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards. Die Aufnahmeländer müssten stärker von anderen Staaten unterstützt werden, forderte Edwards. "Vielen Flüchtlingen und den Gemeinden, die sie aufgenommen haben, gehen inzwischen die Mittel aus." Die Lage verschärfe sich mit dem näher rückenden Winter. "Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit." Syriens Nachbarstaaten benötigten allein bis zum Jahresende rund 488 Millionen Dollar, um die Menschen zu versorgen.

Ban fordert Verzicht auf schwere Waffen

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Syrien eindringlich zur Abkehr vom Einsatz schwerer Waffen gegen Zivilpersonen aufgerufen. Bei einem Gespräch mit Ban in New York habe der syrische Außenminister Walid al Moallem "sehr genau zugehört" und versprochen, diese Botschaft der Führung in Damaskus zu überbringen, teilte der stellvertretende UN-Generalsekretär Jan Eliasson mit. Nach dem Willen der Vereinten Nationen müsse der erste Schritt zur Eindämmung der Gewalt von der syrischen Regierung ausgehen, danach solle ein ähnlicher Schritt der Opposition erfolgen, sagte Eliasson weiter. Dies würde die "Chancen erhöhen, dass auf politischer Ebene Bewegung" in die Sache komme.

Zudem kündigte Eliasson an, dass der internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi noch in dieser Woche in die Krisenregion zurückkehren werde. Brahimis Ziel seien politische Verhandlungen zwischen der Führung um Präsident Assad und den Rebellen. Brahimi wolle zudem von der kommenden Woche an von Kairo aus arbeiten, um näher an den Entwicklungen der Region zu sein.

Seit Beginn des Aufstands gegen das Assad-Regime vor rund anderthalb Jahren sind laut Schätzungen rund 30.000 Menschen getötet worden.

qu/wa (rtr, dpa, dapd, UNHCR)