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Aktuell Europa

Flüchtlingsmission "Triton" am Start

Im Mittelmeer beginnt die neue EU-Mission "Triton". Sie ersetzt den "Mare Nostrum"-Einsatz zur Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge. Doch Kritiker protestieren.

Weniger Geld, weniger Fläche: Die neue Mission "Triton", die an diesem Samstag im Mittelmeer startet, hat einen anderen Auftrag als der Vorgängereinsatz "Mare Nostrum". Die Operation unter Führung der EU-Grenzagentur Frontex soll die Außengrenzen der Europäischen Union besser schützen - und sie soll Italien entlasten, das "Mare Nostrum" im Alleingang durchgeführt hat.

"Triton" wird von der EU mit 2,9 Millionen Euro monatlich ausgestattet. Das ist ein Drittel dessen, was die Italiener aus ihrem eigenen Haushalt für "Mare Nostrum" ausgegeben haben: bis zu neun Millionen Euro im Monat. Weil das Land damit nach eigener Aussage überfordert war, hatte Italien die Mission "Mare Nostrum", durch die mehr als 100.000 Flüchtlinge vor dem Ertrinken bewahrt wurden, am

Freitag offiziell beendet

. Nur für eine zweimonatige Übergangszeit sollen die Einsätze noch fortgeführt werden.

Migranten abwehren

Die Operation "Triton" wird sich nur innerhalb der EU-Grenzen bewegen, während die "Mare Nostrum"-Schiffe weit aufs offene Meer hinausgefahren waren. Die aktive Suche nach Flüchtlingen in Seenot vor der nordafrikanischen Küste ist nicht mehr vorgesehen. Der EU-Agentur Frontex stehen für "Triton" sieben Schiffe und vier Flugzeuge zur Verfügung. Deutschland stellt einen Helikopter bereit. Frontex hat den Auftrag, illegale Migranten am Grenzübertritt in die EU zu hindern.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR findet zum Start von "Triton" deutliche Worte. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Toten im Mittelmeer steigen werde, sagte Sprecherin Carlotta Sami in Rom. "'Triton' ist kein Ersatz für 'Mare Nostrum'. Europa hätte die Koordinierung der Seenotrettung übernehmen müssen." Die Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" erklärte, die Mittel reichten "hinten und vorne nicht". Das Einsatzgebiet von "Triton" sei "viel zu klein".

Reaktion auf Lampedusa-Unglück

Die neue Mission wird vom designierten EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos verantwortet, der das Amt an diesem Samstag von seiner Vorgängerin Cecilia Malmström übernimmt. Der Vorgängereinsatz "Mare Nostrum" war im vergangenen Oktober nach dem Flüchtlingsunglück vor der Insel Lampedusa mit mehr als 360 Toten ins Leben gerufen worden.

jj/gmf (dpa, afp, epd)