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Frankreich

Flüchtlingslager in Calais wird geräumt

Ein französisches Gericht hat die geplante Räumung des Flüchtlingslagers von Calais grundsätzlich gebilligt. Der Abriss der improvisierten Siedlung könnte nächste Woche beginnen.

Das Verwaltungsgericht der Stadt Lille lehnte am Dienstag einen Eilantrag von elf Hilfsorganisationen gegen die anstehende Auflösung des sogenannten Dschungels ab. Die Räumung des Lagers als solche sei kein Verstoß gegen das Verbot von "unmenschlicher und entwürdigender Behandlung" von Menschen, argumentierte das Gericht. Vielmehr ziele die Auflösung des Lagers unter anderem darauf ab, eine solche Behandlung von Flüchtlingen zu beenden.

Regierung spricht von "humanitärer Notwendigkeit"

Innenminister Bernard Cazeneuve und Wohnungsministerin Emmanuelle Cosse bekräftigten die Absicht der Regierung, das umstrittene Lager so bald wie möglich zu räumen. Angesichts der miserablen Zustände dort spricht die französische Regierung von einer "humanitären" Notwendigkeit. Das Lager soll bald geräumt werden, möglicherweise ab kommendem Montag. Die Flüchtlinge sollen in Unterkünfte im ganzen Land verteilt werden. Viele Flüchtlinge wollen aber nicht in andere französische Regionen gebracht werden - ihr Ziel ist es, heimlich nach Großbritannien zu gelangen.

In dem auch als "Dschungel" bekannten Flüchtlingslager von Calais harren nach unterschiedlichen Angaben zwischen 6000 und 10.000 Flüchtlinge in der improvisierten Zelt- und Hüttensiedlung aus.

pab/fab (afp, dpa)

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