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Aktuell Deutschland

Flüchtlingskrise: EKD dringt auf europäische Solidarität

Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm wirft der EU Unfähigkeit angesichts des Flüchtlingszustroms vor. Auf Deutschland sieht der Bischof gewaltige Integrationsanstrengungen zukommen.

Wenn sich Europa wirklich auf seine christlichen Wurzeln berufen wolle, müssten alle zur Aufnahme von Menschen in Not bereit sein. "Aber darüber besteht in Europa keine Einigkeit", kritisierte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm.

Vor diesem Hintergrund habe er gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Bundeskanzlerin immer wieder klar in ihrem Bemühen unterstützt, im Umgang mit Flüchtlingen die Humanität ins Zentrum zu stellen. Es sei offensichtlich, dass sich die Europäische Union bisher als unfähig erwiesen hat, mit der Situation angemessen umzugehen.

Porträt Heinrich Bedford-Strohm (Foto: dpa)

Unterstützt die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel: Heinrich Bedford-Strohm

Antisemitismus in Deutschland tabu

In seiner Rede zur Eröffnung der jährlichen Tagung des Kirchenparlaments forderte Bedford-Strohm umfangreiche Integrationsmaßnahmen: vom Wohnungsbau über Kita-Plätze bis zu mehr Lehrern. Für das Gelingen der Eingliederung sei maßgeblich, dass soziale Gerechtigkeit beachtet und sozialer Friede erhalten werde. Deshalb sei es richtig, jetzt viel Geld in die Hand zu nehmen. Zugleich machte der Ratsvorsitzende aber auch deutlich, dass Schutzsuchende sich in Deutschland auf Prinzipien wie Menschenrechte und Gleichberechtigung von Frauen einlassen müssen.

Ausdrücklich ging Bedford-Strohm auch auf die Sorgen in der jüdischen Gemeinschaft vor einem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland ein: "Wenn Menschen jetzt aus arabischen Ländern zu uns kommen, in denen Antisemitismus Teile der Kultur mitbestimmt, dann müssen wir ihnen tatsächlich in dieser Hinsicht klare Lernerfahrungen hier in Deutschland zumuten." Es habe gute Gründe, dass Antisemitismus gerade in Deutschland tabu sei, unterstrich er.

Im Mittelpunkt der bis Mittwoch dauernden Synodentagung in Bremen steht die Neuwahl des 15 Mitglieder zählenden Rates. Der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm ist seit November 2014 als Ratsvorsitzender oberster Repräsentant der 22,5 Millionen deutschen Protestanten. Seine Wiederwahl ist möglich.

uh/wl (epd,kna)

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