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Regierungsbildung

Flüchtlingsexperte wird außenpolitischer Berater von Merkel

Bundeskanzlerin Merkels erste wichtige Personalentscheidung ist gefallen: Der Jurist Jan Hecker wird ihr neuer außen- und sicherheitspolitischer Berater. Der 50-Jährige hatte bislang ihre Flüchtlingspolitik koordiniert.

"Die Bundeskanzlerin kennt und schätzt Herrn Hecker aus seiner derzeitigen Tätigkeit" als Leiter der Stabsstelle für die Koordinierung der Flüchtlingspolitik, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Seine neue Aufgabe werde er an diesem Donnerstag übernehmen.

Die Stabsstelle des Flüchtlingskoordinators war auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Oktober 2015 im Kanzleramt eingerichtet worden. Hecker hat in dieser Funktion maßgeblich die Migrationsabkommen mit afrikanischen Staaten vorangetrieben.

Ehemaliger Verwaltungsrichter

Bevor der Jurist ins Kanzleramt geholt wurde, um die Abstimmung der Ressorts in der Flüchtlingskrise besser zu koordinieren, war er von 2011 bis 2015 Richter am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Er begleitete Merkel danach auf mehreren Auslandsreisen, bei denen Migrationsthemen im Vordergrund standen.

Der Leiter der außenpolitischen Abteilung gilt als einer der wichtigsten Berater der Kanzlerin. Seinen Job als Flüchtlingskoordinator soll Hecker zunächst behalten, wie die Regierungssprecherin mitteilte. Die Süddeutschen Zeitung berichtet dazu, Hecker nehme den gesamten Bereich Flucht, Migration und Fluchtursachenbekämpfung mit in die außenpolitische Abteilung des Kanzleramtes.

Heckers Vorgänger ist Christoph Heusgen, der Merkel zwölf Jahre lang in außen- und sicherheitspolitischen Fragen beraten hat. Der 62-Jährige geht als deutscher Botschafter bei den Vereinten Nationen nach New York.

uh/myk   (dpa, rtr, afp)