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Asien

Flüchtlingsdrama vor australischer Küste

Tragödie im Indischen Ozean: Nach dem Untergang eines Flüchtlingsschiffs vor der Weihnachtsinsel sind dutzende Menschen ertrunken. Die Insel liegt auf der zentralen Migrationsroute von Südostasien nach Australien.

Nach Angaben des australischen Grenzschutzrs kamen mindestens 30 Flüchtlinge am Mittwoch (15.12.2010) ums Leben, als ihr Boot auf die Klippen vor der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel lief. Ihr kleines Holzboot war antriebslos von hohen Wellen gegen die Felsen geschleudert worden. Die Hilfsorganisation Fliegende Ärzte - RFDS befürchtet eine höhere Opferzahl. Ihre Sprecherin Joeley Pettit-Scott sagte: "Ich gehe davon us, dass 50 Menschen ums Leben gekommen sind und 30 verletzt wurden." An Bord des Flüchtlingsbootes waren Männer, Frauen und Kinder aus Iran oder dem Irak.

Menschen in Rettungsswesten beobachten von Land den Untergnag eines Flüchtlingsboots im indischen Ozean am 15. Dezember 2010 (Foto: AP)

"Wir warfen Leinen, doch niemand konnte sie ergreifen": Bewohner der Weihnachtsinsel berichteten von schrecklichen Szenen

Ein Inselbewohner erzählte australischen Reportern, er habe hilflos zusehen müssen, wie das Holzboot der Flüchtlinge von einer Drei-Meter-Welle gegen die Felsen geworfen wurde. Dabei sei das Fischerboot in Stücke gerissen worden. Wegen des starken Seegangs sei es unmöglich gewesen, den Ertrinkenden zu helfen. Von schrecklichen Szenen berichtete auch ein Lokalpolitiker der Weihnachtsinsel: "Wir warfen Leinen und Schwimmwesten aus, doch niemand konnte die Leinen ergreifen", sagte Kamar Ismail, ein Landrat auf der Weihnachtsinsel, im australischen Rundfunk. Ihm zufolge war der Motor des Holzbootes offenbar ausgefallen. Das manövrierunfähige Schiff driftete daraufhin 45 Minuten vor der Küste. Die Menschen an Bord schrien um Hilfe, berichteten weitere Augenzeugen.

Wichtigste Flüchtlingsroute nach Australien

Die australische "Christmas Island" (Weihnachtsinsel) liegt auf einer der zentralen Migrationsrouten von Südostasien in Richtung Australien. Indonesische Schlepper bringen oft Flüchtlinge zu dem 135 Quadratkilometer großen Eiland im Indischen Ozean. Sie stechen häufig mit viel zu kleinen Booten vom indonesischen Java aus in See. Australien hat auf Christmas Island eines der größten Flüchtlingszentren des Landes eingerichtet, in dem derzeit etwa 2000 Menschen leben. Allein in diesem Jahr erreichten mindestens 100 Boote mit mehr als 5000 Flüchtlingen die australische Küste, mehr als jemals zuvor in den letzten zehn Jahren. Der überwiegende Teil der Flüchtlinge stammt aus dem Irak, Afghanistan und Sri Lanka.

Autor: Sven Töniges (dpa, afp, ap)

Redaktion: Esther Broders

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