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Aktuell Asien

Flüchtlingsboot vor Indonesien gesunken

Vor der Küste Indonesiens ist ein Boot mit vielen Flüchtlingen gesunken. Mehr als 150 Menschen konnten aus der stürmischen See vor der Westküste der Hauptinsel Java gerettet werden. Ziel der Flüchtlinge war Australien.

Nach Angaben der indonesischen Behörden ist unklar, wie viele Menschen auf dem Boot waren. Es ist von bis zu 200 Flüchtlingen die Rede. Die Suche nach Überlebenden dauert an. Australische Medien berichteten, auf dem Boot hätten sich etwa 170 Flüchtlinge befunden. Bis zu 60 Menschen seien ums Leben gekommen oder würden vermisst. Die australische Küstenwache gab an, nicht in den Vorfall involviert zu sein, die indonesischen Behörden koordinierten die Bergungsarbeiten allein.

Laut den Medienberichten stammten die Flüchtlinge vor allem aus Sri Lanka und dem Iran. Ihr Ziel sei Australien gewesen. Auf dem gefährlichen Seeweg von Indonesien nach Australien kenterten und ertranken in der Vergangenheit bereits hunderte illegale Einwanderer. Seit Jahresbeginn trafen mehr als 15.000 Asylbewerber in Australien ein.

Zündstoff Einwanderungspolitik

Die Einwanderungspolitik ist ein wichtiges Thema vor der Parlamentswahl im September. Am Freitag teilte Australiens Premierminister Kevin Rudd mit, gemäß einem mit Papua-Neuguinea geschlossenen Abkommen würden Bootsflüchtlinge künftig dorthin geschickt. Neuen Zündstoff gaben der Debatte um den Umgang mit den Flüchtlingen am Mittwoch Angaben, in Papua-Neuguinea würden Menschen in den Aufnahmelagern gefoltert und vergewaltigt. Diese erhob Rod St George, früherer ranghoher Mitarbeiter eines Lagers auf der Insel Manus, die zu dem Land gehört, im australischen Fernsehsender SBS.

"Ich habe niemals so notleidende, so hilflose und so hoffnungslose Menschen gesehen", sagte St George. In den Lagern fügten sich Menschen auch oft vor Verzweiflung selbst Verletzungen zu oder versuchten, sich umzubringen. Deshalb habe er auch seinen Dienst quittiert, sagte St George.

Australiens Innenminister Tony Burke bezeichnete die Angaben als "erschreckend". Er werde "in den kommenden Tagen" nach Manus reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, sagte er im Radiosender ABC. Er hätte sich gewünscht, früher von den Erfahrungen St Georges zu erfahren, fügte Burke hinzu.

re/det (afp, rtr, dpa)