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Flüchtlingsdrama

Flüchtlingsboot in der Ägäis gesunken

Bei der Überfahrt nach Griechenland sind mindestens elf Flüchtlinge vor der türkischen Küste ertrunken. Ein Schlauchboot mit 22 Menschen an Bord kenterte nahe der griechischen Insel Samos, wie türkische Medien berichten.

Die türkische Küstenwache konnte sieben Menschen retten, vier werden immer noch vermisst. Das Flüchtlingsboot sei in der Ägäis auf der Höhe der Provinz Aydin gekentert. Elf Tote seien am Strand geborgen worden, berichten türkische Medien übereinstimmend.

Die Nachrichtenagentur Dogan zeigte Bilder der an der Küste angeschwemmten Leichen. Die Flüchtlinge, deren Nationalität nicht mitgeteilt wurde, wollten vermutlich auf die griechische Insel Samos, die gegenüber dem türkischen Distrikt Kusadasi liegt.

Untaugliche Boote

Immer wieder kommen Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten bei der gefährlichen Überfahrt nach Europa ums Leben. Viele der von Schleppern eingesetzten Boote sind nicht seetauglich und völlig überladen.

Das im März 2016 zwischen der EU und der Türkei vereinbarte Flüchtlingsabkommen sieht vor, dass Ankara Flüchtlingen die Weiterreise nach Griechenland verwehrt und alle auf den griechischen Inseln eintreffenden Flüchtlinge zurücknimmt. Die EU sagte unter anderem Milliarden-Zahlungen für die Versorgung der syrischen Flüchtlinge in der Türkei zu.

Das Abkommen enthält auch eine Klausel, in der sich die Türkei verpflichtet, das Entstehen "neuer Migrationsrouten" über See oder Land zu unterbinden. Die Flüchtlingsbewegung über die Türkei Richtung Westeuropa kam seit der Umsetzung des Abkommens weitgehend zum Erliegen.

Drohungen aus Ankara

Im Streit um Wahlveranstaltungen türkischer Minister, die in Europa für das bevorstehende Verfassungsreferendum werben wollten, hatten der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und andere Regierungsmitglieder zuletzt mehrfach damit gedroht, das Flüchtlingsabkommen mit der EU aufzukündigen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen nach Abschluss des Flüchtlingspakts noch rund 363.000 Flüchtlinge nach Griechenland.

cgn/uh (afp, dpa)