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Deutschlehrer-Info

„Flüchtlinge“ zum Wort des Jahres 2015 gewählt

Die Wahl zum Wort des Jahres ist keine Überraschung: Die Ankunft von Hunderttausenden Flüchtlingen hat Deutschland so bewegt wie kein anderes Thema 2015. Sprachlich jedoch ist „Flüchtlinge“ nicht unumstritten.

Das dominierende Thema in der zweiten Jahreshälfte liefert auch das Wort des Jahres 2015: Am 11.12.2015 hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihre Wahl bekanntgegeben. Mit „Flüchtlinge“ entschied sich die Jury für ein Wort, das derzeit in aller Munde ist und das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben des Jahres sprachlich besonders bestimmt hat. Ganz im Gegensatz übrigens zur letztjährigen Wahl, als mit „Lichtgrenze“ ein eher ungebräuchliches Wort gekürt wurde, das sich auf die Lichtinstallation zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls bezog.

Neben der inhaltlichen Bedeutung des Wortes „Flüchtlinge“ wies die GfdS in ihrer Begründung auch auf die sprachliche Seite hin: Das Wort klinge in manchen Ohren abschätzig, weil Substantive, die aus einem Verbstamm und dem Ableitungssuffix „-ling“ gebildet würden, oft eine negative Bedeutung hätten. Als Beispiel nannte die Jury die Wörter „Eindringling“, „Emporkömmling“ und „Schreiberling“. Andere Bildungen wie zum Beispiel „Prüfling“, „Lehrling“ oder „Schützling“ betonen vor allem den passiven, nicht gleichberechtigten Aspekt.

Viele Flüchtlingsorganisationen bevorzugen deswegen seit einiger Zeit den Begriff „Geflüchtete“. Ob dieser sich aber allgemein durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Auf den zweiten Platz wählte die Jury die Solidaritätsbekundung „Je suis Charlie“ nach den Anschlägen auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo. Platz drei belegt Grexit als Bezeichnung für einen möglichen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro.


ip/mk (dpa, GfdS)

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