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Aktuell Europa

Flüchtlinge verdursten im Mittelmeer

54 Afrikaner sind bei ihrer Flucht in einem Schlauchboot von Libyen nach Italien ums Leben gekommen. Die Tragödie überlebte nur ein Mann aus Eritrea.

Bootsflüchtlinge in einem Schlauchboot vor Lampedusa (Archivfoto 2009: dpa)

Flüchtlinge Schlauchboot

Die tunesische Küstenwache hat den Mann aus dem Meer gefischt. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen trieb er im Wasser, extrem dehydriert hielt er sich an den Resten des Schlauchbootes und an einem Benzinkanister fest. Er berichtete, Ende Juni seien er und 54 weitere Flüchtlinge von Libyen aus gestartet.

Kein Sprit, kein Trinkwasser

Nach einem Tag auf dem Mittelmeer hätten sie bereits die Küste Italiens gesehen. Starke Winde trieben nach seinen Angaben das Boot jedoch wieder aufs offene Meer hinaus. Irgendwann hatten die Flüchtlinge dann keinen Sprit mehr, aus dem Boot entwich die Luft.

Der Gerettete berichtete den UN-Mitarbeitern weiter, sie seien etwa zwei Wochen lang auf dem offenen Meer getrieben. Die übrigen Migranten seien größtenteils verdurstet, da man keine Wasservorräte an Bord gehabt habe.

Tausende sterben bei der Flucht

Etwa die Hälfte der Opfer soll aus Eritrea stammen. Zur Nationalität der übrigen gab es zunächst keine Angaben.

Der stellvertretende Flüchtlings-Hochkommissar T. Alexander Aleinikoff sprach von einer Tragödie. In den vergangenen Jahren bezahlten bereits Tausende Migranten den Versuch, von Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, mit ihrem Leben. Laut UN wagten in diesem Jahr mehr als 1300 Menschen diesen Schritt. Etwa 1000 Flüchtlinge schafften es bis Malta. 170 Menschen kamen ums Leben.

se/re (dpa, rtr, epd)