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Aktuell Europa

Flüchtlinge revoltieren in Griechenland

In einem Abschiebelager für illegale Einwanderer in der Nähe von Athen ist es zu einer Revolte gekommen. Zehn Flüchtlingen gelang es, aus dem Lager zu entkommen.

Die griechische Polizei leitete eine Großfahndung nach den Ausbrechern ein, acht Pakistanern und zwei Afghanen. 14 weitere Ausbrecher konnten in unmittelbarer Nähe des Lagers gefasst werden. Zehn Polizisten wurden bei den Unruhen verletzt und 41 Insassen als Anstifter oder Beteiligte an der Revolte verhaftet. Mehrere Wohncontainer gingen in Flammen auf. Beamte seien mit Steinen, geröllbefüllten Wasserflaschen und anderen Gegenständen beworfen worden, berichteten die BehördenI

In dem Auffanglager Amigdalesa (Artikelbild) nordöstlich der griechischen Hauptstadt sind etwa 1600 Einwanderer untergebracht. Ausgelegt ist das Camp für gut 800 Menschen.

Ausgelöst wurde die Revolte durch einen Beschluss der Behörden, die maximale Dauer der Abschiebehaft von 12 auf 18 Monate zu erhöhen. Außerdem sei wegen Wartungsarbeiten der Strom abgestellt worden, wodurch die Klimaanlagen in den überfüllten Containern ausgefallen seien, hieß es.

Der Bürgermeister der Kommune Acharnes, zu der das Lagerareal gehört, sagte im Radiosender "Skai": "Als ich am Mittwoch vom Generalsekretär im Ministerium für öffentliche Ordnung erfuhr, dass dort 1620 Menschen eingesperrt sind, sagte ich, das gibt einen Aufstand." Nun sei genau dies geschehen.

Amigdalesa ist eines von mehreren Auffanglagern, in denen die griechischen Behörden Einwanderer ohne Aufenthaltserlaubnis festhalten. Viele von ihnen wurden in den vergangenen zwölf Monaten in Gewahrsam genommen. Griechenland ist eines der Länder der Europäischen Union, in die am meisten Flüchtlinge einreisen. Mehr als die Hälfte aller Migranten, die ohne gültige Papiere in die EU gelangen, reisen über Griechenland ein. Vorwiegend kommen sie aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien.

Die Zustände in griechischen Flüchtlingslagern werden von Menschenrechtsorganisationen immer wieder kritisiert. "Human Rights Watch" wirft der Regierung in Athen vor, gegen die Flüchtlinge vorzugehen, um angesichts der Wirtschaftskrise von Problemen abzulenken und sich vor rechtsradikaler Parteienkonkurrenz zu schützen.