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Wissen & Umwelt

Fitness kennt kein Alter

Im Jahr 2050 werden in Deutschland rund 30 Millionen Menschen älter als 60 Jahre alt sein. Ein gezieltes Trainingsprogramm soll dabei helfen, den älteren Menschen ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Eine Senioren-Turngruppe in Berlin (Foto: dpa)

Im umfunktionierten Festsaal einer Kölner Kirchengemeinde turnen neun ältere Damen. Sie gehen durch den Raum und lassen dabei einen kleinen Schaumstoffball um den Körper kreisen. Vor dem Bauch, hinter dem Rücken, über dem Kopf und durch die Beine. Danach folgen Kraft- und Balanceübungen im Sitzen und im Stehen. Die Frauen, die zwischen 60 und 85 Jahren alt sind, haben dabei Gewichte an den Knöcheln und halten kleine Hanteln in ihren Händen. Sie halten sich an der Stuhllehne fest, heben abwechselnd die Beine und bringen sie langsam wieder zurück in die Ausgangsposition.

"Das ist gut für die Knochen und die Muskeln, also damit die Knochen stabil bleiben und Muskeln aufgebaut werden", erklärt eine der Teilnehmerinnen. "Und es bringt auch was. Ich kann es jedem empfehlen. Wir fühlen uns richtig gut danach, locker. Die alten Knochen werden wieder richtig munter." Das ist auch der Sinn der Sache: "Fit für 100" heißt das Trainingsprogramm der Gruppe, das unter Beteiligung der Deutschen Sporthochschule in Köln entwickelt wurde. Ältere Menschen sollen durch zwei Stunden Training pro Woche fit für den Alltag gemacht werden. Aufstehen, Treppen steigen, spazieren gehen, aber auch die selbstständige Körperpflege sollen leichter fallen.

Gezielt trainieren

Im Seniorenzentrum «Albert Hirsch» in Frankfurt (Oder) in Brandenburg nehmen ältere Frauen am Seniorensport teil. (Foto: Patrick Pleul / dpa)

Sportprogramm im Seniorenzentrum

Dabei ist es aus trainingswissenschaftlicher Sicht sinnvoll, dass während der zwei Stunden Training nicht irgendwelche Bewegungen ausgeführt werden, sondern dass vielmehr zielgerichtet trainiert wird. "Wenn ich einmal in der Woche zum Training gehe, dann kann ich zwar meinen Fitness-Status halten, meine Leistungsfähigkeit aber nicht verbessern", erklärt Frank Nieder vom Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie der Deutschen Sporthochschule. "Deswegen sollte es ein Programm sein, das zweimal in der Woche für eine Stunde stattfindet. Alle Übungen – auch wenn sie vielleicht von Mal zu Mal unterschiedlich sind – sollten immer auf das Ziel des Trainings, nämlich Kräftigung der Beinmuskulatur, der Arm-, der Rumpf- und der Rückenmuskulatur, hinarbeiten."

Verbesserung in allen Altersgruppen

Die Ergebnisse mehrerer Studien bestätigen, dass sich das Fitnessniveau der Teilnehmer durch das Training deutlich verbessert, unabhängig vom Alter und davon, ob die Teilnehmer schon vorher Sport getrieben haben oder als Neueinsteiger erst im hohen Alter damit angefangen haben. "Es ging darum festzustellen, ob unser Training überhaupt geeignet ist, Verbesserungen für Menschen im höheren Lebensalter zu erzielen", sagt Nieder, für den Fitness kein Alter kennt. "Wir können sagen, dass in allen Altersgruppen – selbst bei den 90-Jährigen – sowohl die Kraft der Arme, als auch die Kraft der Beine, als auch die Beweglichkeit und das Gleichgewicht verbessert werden konnten."

Und neben den positiven Auswirkungen auf den Körper, spielen auch regelmäßige soziale Kontakte und der Spaß, gemeinsam Sport zu treiben, für die älteren Menschen eine große Rolle. Diese Erfahrung haben auch die Damen aus der Kölner Gruppe gemacht. Sie wollen in jedem Fall zusammen weiterturnen - so gut und so lange es geht…

Autor: Andreas Sten-Ziemons
Redaktion: Tobias Oelmaier

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